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Unbekannte Gefahr: Sahnespender Explosion einer Sahnesprühdose – warum eine Frau eine Million Schmerzensgeld bekommt

Der obere Teil des Spenders knallte der Frau an die Brust (Symbolbild)
Der Sahnespender explodierte und verletzte eine Frau schwer (Symbolbild)
© Getty Images
Die Schmerzensgeldsumme ist für französische Zivilklagen ungewöhnlich hoch: 1,09 Millionen Euro werden einer Frau wegen einer explodierten Sahnesprühdose zugesprochen. Der Grund: Sie ist fürs Leben gezeichnet.

Sahne macht den Kuchen erst so richtig saftig, viele Menschen schlagen Sahne frisch auf - mit einem Mixer oder in mühseliger Arbeit mit dem Schneebesen. Es gibt aber auch eine Alternative: die Sahnesprühdose. Hätte eine Französin aus Montauban gewusst, welche Gefahren von einem so harmlos aussehenden Sahnespender ausgehen, hätte sie vermutlich den Schneebesen genommen. Sie griff stattdessen zur Sahnesprühdose - und das wurde ihr zum Verhängnis.

Im Dezember 2013 explodierte der damals 30-Jährigen ein Sahnespender in der Hand. Vermutlich wollte sie gerade etwas Sahne über ihren Kuchen sprühen oder aber einem Weihnachtsdessert den richtigen Pfiff geben. Wofür genau die Sahne gedacht war, ist nicht überliefert. Was danach indes mit ihr passierte, schon: Sie erlitt schwerste Schädelverletzungen und eine Gehirnblutung, außerdem wurde ihr Gesicht teilweise entstellt.

Der Importeur "F2J.com" betreibt Sprühdosen, die mit Druckluft funktionieren. Eine dieser Sprühdosen verwendete die Französin. Zu ihrem Glück konnten plastische Chirurgen zumindest die Folgen des Unfalls im Gesichtsbereich so gut wie unsichtbar machen, das sagte ihre Anwältin.

Ungewöhnlich hohe Schmerzensgeldsumme

Trotzdem sprach ihr das französische Zivilgericht eine Schmerzensgeldsumme von 1,09 Millionen Euro zu. Ein ungewöhnlich hoher Betrag für eine Zivilklage. Für den Unfall müssen der Importeur "F2J.com" und der Versicherungskonzern Axa geradestehen. Das geht aus einem am Samstag veröffentlichten Urteil des Gerichts in Montauban hervor. Wie aber kommt es zu der hohen Summe? Wie die Anwältin mitteilte, lebe ihre Mandatin mit "gravierenden Einschränkungen": Sie könne nicht mehr arbeiten und habe ihren Geschmacks- und Geruchssinn eingebüßt. Die vielleicht auf den ersten Blick hohe Schmerzensgeldsumme ist mehr als gerechtfertigt.

Es war nicht der erste Unfall dieser Art. Ende Juni war in Frankreich eine Frau bei der Explosion ihres Sahnespenders ums Leben gekommen. Der obere Teil der Sprühdose knallte der 33-Jährigen in ihrem Haus nahe der ostfranzösischen Stadt Mülhausen gegen die Brust. Die Frau, eine bekannte Fitness-Bloggerin, wurde schwer verletzt und starb kurze Zeit später.

dsw mit AFP

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