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Frankfurt Flugblätter von rechtsextremer Organisation an der Goethe-Universität entdeckt

Der Haupteingang des Campus Westend mit der Aufschrift "Johann Wolfgang Goethe-Universität". Die Häuser sind aus hellem Stein.
Das Hauptgebäude am Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität. Hier wurden die Flugblätter gefunden.
© Frank Rumpenhorst / DPA
An der Frankfurter Goethe-Universität wurden Flugblätter von der neonazistischen Gruppierung "Atomwaffen-Division Deutschland“ verteilt. Die rechtsradikale Organisation ruft darin zu Gewalttaten auf.

Am Hauptcampus der Goethe-Universität in Frankfurt am Main sind gewaltverherrlichende Flugblätter der rechtsextremen Organisation "Atomwaffen-Division Deutschland“ aufgetaucht. Die Gruppierung ruft darin unter anderem zum Mord an Muslimen, Imamen und Rabbinern sowie zum "totalen Bürgerkrieg" auf, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Auch verfassungswidrige Symbole sollen auf den Flugblättern abgedruckt sein. Bereits im April wurden erste Flugblätter im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend entdeckt. 

Wurzeln der Gruppierung liegen in den USA

Die Mutterorganisation der Neonazis ist unter dem (deutschen) Namen "Atomwaffen Division“ in den USA bekannt und berüchtigt und dort bereits seit 2015 aktiv. Laut der "Frankfurter Rundschau" werden sie dort mit fünf Morden in Verbindung gebracht. Die Gruppe hat ihre Wurzeln in einem radikalen Online-Forum und ist für ihre extreme Ideologie bekannt. Immer wieder rufen sie zu extremen Gewalttaten auf. Die Organisation hat in den USA circa 80 Mitglieder, von denen einige im Gefängnis sitzen. 

In Deutschland gab es erstmals im Jahr 2018 Hinweise auf Aktivitäten der rechtsextremen Gruppierung. Im Juni 2018 tauchte ein Video auf, in dem ein Vermummter vor einer Hakenkreuz-Fahne posiert und mit einer verzerrten Computerstimme gewaltvolle Drohungen gesprochen werden.

Universität will mit rechtsstaatlichen Mitteln vorgehen

In Frankfurt wurden die ausgelegten Flugblätter sofort entfernt und an die Polizei übergeben. Auch der Staatsschutz habe die Ermittlung gegen die Mitglieder der Neonazi-Gruppe aufgenommen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff: "Solche Äußerungen von Hass und Menschenverachtung sind nicht nur widerlich, sondern auch ein Angriff auf die Grundsätze unseres Rechtsstaats“.

Im vergangenen November sind ähnliche Flugblätter an der Humboldt-Universität in Berlin aufgetaucht. Auf Anfrage der "Frankfurter Rundschau" teilte die Berliner Polizei mit, dass ein Ermittlungsverfahren gegen die anonymen Täter eingeleitet wurde, aber keine tatverdächtigen Personen ausgemacht werden konnten.

Quellen: "Frankfurter Rundschau", "Frankfurter Allgemeine Zeitung

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