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Rätselhafte Fundsache Goldschatz von Dinklage: Bremerin meldet in Last-Minute-Mail Ansprüche an

Eine Handvoll Krügerrandmünzen
Krügerrandmünzen gelten als die bekanntesten Goldmünzen der Welt. Auf der Vorderseite zeigen sie das Porträt von Paul Kruger, die Rückseite ziert eine Springbock-Antilope, das Wappentier Südafrikas. (Symbolfoto)
© Ulrich Baumgarten / Picture Alliance
Das Rätselraten um den mehrere hunderttausend Euro schweren Goldschatz von Dinklage geht weiter. Wenige Stunden vor dem Ablauf einer Dreijahres-Frist für den möglichen Eigentümer ging im Rathaus eine E-Mail ein. 

Am Montagabend um 18:34 Uhr ploppt am Rechner von Carl Heinz Putthoff in der niedersächsischen Kleinstadt Dinklage eine E-Mail auf. Absenderin ist eine Frau aus Bremen. Und dem Kämmerer der Stadt ist schnell klar, worum es der Dame geht.

Um den rätselhaften Goldschatz, auf den Mitarbeiter einer Gartenbaufirma im Juni 2016 bei Baggerarbeiten auf einem katholischen Friedhof gestoßen waren. Warum die Mail der Frau so ungewöhnlich ist? Seit Jahren rätseln die Dinklager, woher das Gold stammt, wem es gehört und wer es auf dem Friedhof der Pfarrei Sankt Catharina vergraben hat. In der Nacht auf Dienstag endete nun eine dreijährige Frist – gerechnet von März 2017. So viel Zeit gab die Stadt dem Eigentümer, sich im Rathaus zu melden. Und genau das tat nun die Bremerin – wenige Stunden bevor der Schatz in den Besitz von Dinklage und Kämmerer Putthoff übergegangen wäre.

Woher stammt der 600.000-Euro-Schatz?

Und das hätte sich für das Stadtsäckel durchaus gelohnt. Anfangs wollte sich Putthoff zum Wert des rätselhaften Schatzes nicht äußern, inzwischen ist er auskunftsfreudiger. Zum Fundzeitpunkt habe das Gold einen Wert von etwa 481.500 Euro gehabt, mittlerweile seien es 24 Prozent mehr (Anm. d. Red.: ca. 600.000 Euro), sagte er am Montag, als mehrere Medien vom Ablauf der Dreijahresfrist berichteten.

Die Bremerin gab Putthoff zufolge in ihrer Last-Minute-Mail an, dass der Schatz mit einer Straftat im Zusammenhang stehen und aus dem Nachlass ihres verstorbenen Vaters stammen könnte. "Wir übergeben den Fall jetzt der Staatsanwaltschaft", sagte der Kämmerer. Wie glaubwürdig die Frau sei, könne er selbst nicht beurteilen. 

Schon direkt nach dem Fund hatten Polizei und Staatsanwaltschaft geprüft, ob das Gold – darunter auch wertvolle südafrikanische Krügerrandmünzen – illegalen Geschäften stammen und von Kriminellen vergraben worden sein könnte. Dafür fanden die Ermittler aber keine Anhaltspunkte. Hatte am Ende doch ein betagter, reicher Mensch sein Vermögen vor Angehörigen verstecken wollen und war dann gestorben? In der 12.000-Einwohner-Stadt wurde nach der mysteriösen Entdeckung viel spekuliert.

Fundsache oder nicht: Seit Jahren Zoff um Finderlohn

Schon vor Jahren gab es Überlegungen innerhalb der Stadtverwaltung, das Gold zu veräußern. Bevor dies geschieht und man sich Gedanken über eine Verwendung des Geldsegens macht, muss nach Angaben des Kämmerers aber noch ein Rechtsstreit geklärt werden. Es geht um die Klage eines Angehörigen der Gartenbaufirma, der den Schatz damals ausbuddelte. Der Entdecker beanspruche einen Finderlohn, erläuterte der Bürgermeister-Vertreter. Nach Auffassung der Kommune und ihres Juristen handelt es sich bei dem Goldschatz aber nicht um eine verloren gegangene Fundsache. Sie will keinen Finderlohn zahlen.

js DPA

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