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Insolvenz und Zwangsvollstreckung Haftbefehl gegen den Wendler – weil er seinen Gerichtsprozess schwänzte

Michael Wendler
Michael Wendler bei einem TV-Auftritt im Jahr 2020: Weil er einem Gerichtsbefehl fernblieb wurde ein Haftbefehl erlassen
© Stefan Gregorowius/ / Picture Alliance
Das Amtsgericht Dinslaken hat gegen Schlagersängler Michael Wendler Haftbefehl verhängt, da dieser nicht zu seinem eigenen Prozess erschienen ist. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-jährigen vor, Beihilfe zum Vereiteln der Zwangsvollstreckung geleistet zu haben.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de.

Eigentlich sollte Schlagersänger Michael Wendler, 49, heute vor dem Amtsgericht Dinslaken antanzen, sein persönliches Erscheinen war angeordnet. Nach mehrjährigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sollte sich der Wendler wegen "Beihilfe zum Vereiteln der Zwangsvollstreckung in Tateinheit mit Bankrott in zwei Fällen" verantworten. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von einem halben Jahr auf Bewährung. Der Prozess war mit Spannung erwartet worden, weil es Michael Wendlers erster Deutschland-Auftritt seit seiner USA-Flucht Ende 2020 gewesen wäre. Aber: Der Schlager-Barde drückte sich. "Der Verteidiger hat gestern Abend einen Antrag gestellt, den Angeklagten vom persönlichen Erscheinen zu entpflichten", sagt Henning Bierhaus, Pressesprecher Landgericht Duisburg zu RTL. Doch nachdem der Prozess im Vorfeld bereits dreimal verschoben werden musste, hatte die Richterin offensichtlich genug und lehnte den Antrag ab. Stattdessen erließ sie sogar einen Haftbefehl.

Gericht erlässt Haftbefehl gegen den Wendler

Henning Bierhaus, Pressesprecher Landgericht Duisburg, erklärt: "Das Gericht hat jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl erlassen, einen sogenannten Sitzungshaftbefehl. Es geht davon aus, dass der hier Angeklagte ordnungsgemäß geladen wurde und unentschuldigt nicht erschienen ist. Im Ergebnis geht es davon aus, dass deshalb dieses Zwangsmittel hier erforderlich und auch angemessen ist, um den Angeklagten dazu zu bringen, an der Hauptverhandlung teilzunehmen." Die Vollstreckung sei jetzt Aufgabe der Vollstreckungsbehörden.

Auch Wendler-Ex Claudia Norberg wird belangt: Gegen sie wurden 300 Euro Ordnungsgeld verhängt, weil sie als Zeugin geladen war, aber nicht erschienen ist. Aber worum ging es in der Verhandlung eigentlich?

2016 ging Wendlers Plattenfirma CNI Records pleite, die von seiner Ex-Frau Claudia Norberg geführt wurde. Im Zuge der Insolvenz soll sie Rechte an der Wortmarke "Michael Wendler" und die GEMA-Rechte an 176 Wendler-Songs auf Michael Wendler übertragen haben, um sie aus der Insolvenzmasse zu trennen und dem Zugriff der Gläubiger zu entziehen. Der Wert der Rechte beläuft sich nach branchenüblichen Schätzungen auf eine mittlere sechsstellige Summe. Wendler soll bei allem entsprechende Beihilfe geleistet haben.

Auch Wendlers Ex-Manager zählt zu den Gläubigern

Zu den Gläubigern zählt pikanterweise auch Wendlers Ex-Manager Heiko Schulte-Siering, der auch als Zeuge geladen war und einen Anspruch auf 118.581,42 Euro hat. Er erklärt im Gespräch mit RTL: "Ich sollte hier Angaben bestätigen, ob es eine Straftat war, die Michael Wendler begangen hat oder nicht." Die Vollstreckung des Haftbefehls sieht er skeptisch: "Ich glaube, dass Michael seit Jahren nur auf Zeit spielt, um seine endgültige Einbürgerung in den USA zu bekommen. Insofern war das Ergebnis hier für ihn wahrscheinlich ein Erfolg. Ich hätte es lieber gesehen, wenn man wirklich hier verhandelt und ein Urteil gesprochen hätte. In meinen Augen sind die Tatsachen da und die kann man ja auch nicht wegreden."

Insolvenz und Zwangsvollstreckung: Haftbefehl gegen den Wendler – weil er seinen Gerichtsprozess schwänzte

Sehen Sie im Video: Schlager, Reality-Shows, Klagen und die 28 Jahre jüngere Laura-Müller – Michael Wendler hat viel erlebt in seinem Leben. Doch wer ist eigentlich "der Wendler"? Und wie hat seine Karriere begonnen?

RTL.de/ste

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