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An Bord der ISS Expedition 59: Hat eine Nasa-Astronautin das erste Verbrechen aus dem All begangen?

Ihr wird Identitätsdiebstahl vorgeworfen: Eine Astronautin der Nasa soll von der internationalen Raumstation ISS aus auf das Bankkonto ihrer Ex-Partnerin zugegriffen haben.

Anne McClain

Die Nasa-Astronautin  Anne McClain

AFP

Sie kreiste über ein halbes Jahr um die Erde: Die Astronautin Anne Charlotte McCain war am 3. Dezember 2018 zusammen mit einem russischen und einem kanadischen Kollegen an Bord des Raumschiffs Sojus MS-11 zur internationalen Raumstation ISS geflogen.

Während ihrer Zeit im All absolvierte die 40-Jährige, die Maschinenbau, Luftfahrtechnik und internationale Beziehungen studierte sowie im Rang eines Oberstleutnants als Pilotin und Fluglehrerin 2000 Flugstunden absolviert hat, zwei Außenbordeinsätze.

Zwei Monate nach ihrer Rückkehr aus dem All – sie landete am 25. Juni 2019 in Kasachstan – werden schwere Vorwürfe gegen sie erhoben. Demnach könnte es sich um das erste Verbrechen vom Weltraum aus handeln: Anne McClain soll während ihrer ISS-Aufenthalt auf das Konto ihrer Ex-Partnerin mit dem ihr bekannten Passwort zugriffen haben. Diese Tatsache habe sie inzwischen zugegeben, berichtet die "New York Times".

Partnerin wendet sich an die Öffentlichkeit

Auf den Online-Zugriff aus dem All war die Bank auf Nachfrage der Ex-Partnerin aufmerksam geworden, weil sich jemand aus dem Nasa-Netzwerk eingeloggt hatte – genau in jenem Zeitraum, als McCain an der ISS-Expedition 58/59 teilgenommen hatte.

"Ich war schockiert und entsetzt über ihre Unverfrorenheit, dass sie damit durchkommen könnte, und ich war sehr niedergeschlagen, dass ich nichts für mich behalten konnte", wird ihre Lebensgefährtin von "NBC-News" zitiert. Beide Frauen hatten 2014 geheiratet, sich aber nach drei Jahren auseinandergelebt. Inzwischen streiten sie um das Sorgerecht ihres 6 Jahre alten Sohnes vor Gericht.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen: Vor zwei Monaten kehrte Anne Charlotte McCain sicher zur Erde zurück und landete in Kasachstan

Wieder auf dem Boden der Tatsachen: Vor zwei Monaten kehrte Anne Charlotte McCain sicher zur Erde zurück und landete in Kasachstan

AFP

Die Astronautin wird von ihrer einstigen Partnerin des Identitätsdiebstahls beschuldigt. McClains argumentiert, sie habe kein Geld transferiert, sondern die Kontoeinsicht habe zum Sammeln von Argumenten gedient, ihrer Ex das Sorgerecht für den Sohn streitig zu machen.

Auf ihrer Twitter-Seite postete sie vor wenigen Stunden: "Es gibt eindeutig keine Wahrheit zu diesen Vorwürfen. Wir haben eine schmerzhafte, persönliche Trennung durchgemacht, die jetzt unglücklicherweise in den Medien zu finden ist. Ich freue mich über die Unterstützung und behalte mir eine Stellungnahme bis nach der Untersuchung vor."

Quellen: "New York Times" und "NBC News"

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tib