Hitzewelle Heiß, heißer, am heißesten


Europa brütet unter der Hitzewelle. Nicht nur Wälder brennen bei den heißen Temperaturen, es gab auch schon die ersten Toten, die der Hitze zum Opfer fielen.

Europa brütet unter der Hitzewelle. Während in Deutschland die heißen Temperaturen Landwirten schlechte Ernten bereiten und die kilometerlangen Staus auf den Autobahnen zur schweißtreibenden Angelegenheit werden lassen, lodern nach den verheerenden Bränden in Südfrankreich in Spanien und Portugal die Wälder. Die Hitze forderte auch schon die ersten Toten.

Sieben Tote in Spanien

In Spanien stieg die Zahl der hitzebedingten Toten bis Sonntag auf mindestens sieben, ein achter Fall wurde von den Ärzten noch geprüft. Die Hitze war in den südspanischen Städten besonders drückend. Wie das andalusische Gesundheitsamt mitteilte, starben am Samstagabend in Cordoba zwei 71 und 77 Jahre alte Männer. Auch in der Küstenstadt Huelva gab es zwei Todesfälle. Ein 53-jähriger Mann starb am Samstag, ein 39-Jähriger wurde am Freitag im Koma liegend neben seinem Fahrrad gefunden.

46 Grad in Andalusien

Vier weitere Todesfälle, von denen einer noch geprüft wurde, gab es am Freitag und Samstag in Granada, Cordoba und Sevilla. Zwölf Personen wurden wegen eines Hitzschlags in Krankenhäusern behandelt. In den besonders betroffenen Regionen Andalusien und Extremadura stiegen die Temperaturen am Freitag bis auf 46 Grad, am Sonntag wurden 42 Grad gemessen.

Waldbrände toben in Portugal und Spanien

In Portugal tobten weiter die größten Waldbrände seit mindestens 20 Jahren. Wegen der hohen Temperaturen hielten auch die Waldbrände in Südspanien an. In Medienberichten am Sonntag hieß es, die Brände im benachbarten Portugal drohten auf die spanische Provinz Extremadura überzugreifen.

Katastrophenzustand erklärt

Portugals Regierung erklärte wegen der verheerenden Waldbrände für das ganze Land den "Katastrophenzustand". Das Kabinett wurde für Montag zu einer Krisensitzung einberufen, bei der nach Rundfunkberichten ein entsprechender Beschluss gefasst werden sollte. Ministerpräsident José Manuel Durão Barroso hatte es zuvor abgelehnt, den noch schärferen Ausnahmezustand zu erklären. Dies sei der Lage nicht angemessen, erklärte der Regierungschef.

Der geplante Beschluss der Regierung bedeutet, dass Portugal bei der EU Hilfe anfordern kann und dass die Opfer der Brände Entschädigungen erhalten. In Portugal wüteten am Montag insgesamt 72 Waldbrände in verschiedenen Teilen des Landes. Bei den seit einer Woche anhaltenden Feuersbrünsten wurden neun Menschen getötet.

In Deutschland stiegen die Temperaturen am Sonntag auf bis zu 37 Grad. Autofahrer in Frankreich und Deutschland mussten bei brütender Hitze zahlreiche Staus in Kauf nehmen.

Bis zu 40 Grad in Deutschland diese Woche erwartet

Und es bleibt brütend heiß: Wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag vorhersagte, steigen die Temperaturen am Montag auf schweißtreibende 37 Grad am Oberrhein und 25 Grad an der Küste. Und das Sommerwetter in Deutschland hält weiter an.

Das stabile Hoch über der Nordsee bleibt wetterbestimmend, teilte der Bochumer Wetterdienst Meteomedia mit. Daher wird es im ganzen Land sonnig und heiß. Nur im Osten entwickeln sich im Tagesverlauf einige Quellwolken. Doch auch hier ist nur selten mit Schauern oder Gewittern zu rechnen. Die Höchsttemperaturen liegen bei 26 bis 30 Grad im Norden, sonst bei 30 bis 37 Grad. Vereinzelt können sogar noch höhere Werte erreicht werden. Es bleibt schwach windig.

Wärmegewitter gegen Ende der Woche

In der meist sternenklaren Nacht sinken die Temperaturen auf 15 bis 19 Grad. Im Westen bleibt es teilweise über 20 Grad warm. Im Norden können kühle 12 Grad erreicht werden. Erst gegen Ende der Woche ist im Westen und Süden mit Wärmegewittern zu rechen.

Waldbrandgefahr auch in Deutschland

Der Wetterdienst donnerwetter.de warnte vor steigender Waldbrandgefahr auch in Deutschland. Die Ozonwerte überstiegen vielerorts die kritische Marke von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter.

715 Kilometer Stau am Wochenende

Wie die Bundesverkehrsleitstelle in Düsseldorf mitteilte, sorgten die nun in allen Bundesländern herrschenden Sommerferien für ein heißes Stauwochenende. Besonders schlimm war es den Angaben zufolge am Samstag in Bayern auf den Autobahnen 8 und 9. Frankreich erlebte sein bislang schlimmstes Stauwochenende: Zusammengenommen staute sich der Verkehr am Samstagmittag auf 715 Kilometer, wie die Behörden mitteilten.


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