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Islamisten in Nigeria: Sekte greift Polizeigebäude an

Eine islamistische Sekte wütet im Nordosten Nigerias: Boko Haram hat sich bereits zu den vermehrten Übergriffen auf Christen in dem westafrikanischen Staat bekannt. Die Bevölkerung ist auf der Flucht - auch vor den Polizisten, die gegen die Sekte kämpfen.

Im Nordosten Nigerias haben sich Kämpfer der islamistischen Sekte Boko Haram in der Nacht zum Samstag heftige Gefechte mit Sicherheitskräften geliefert. Bei den Kämpfen in der Stadt Potiskum seien mehrere Menschen getötet und verletzt worden, sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP. Zur genauen Zahl der Opfer konnte er zunächst jedoch keine Angaben machen. Wie Augenzeugen berichten, flohen hunderte Menschen aus den Wohnvierteln rund um das Polizeipräsidium. Die bewaffneten Angreifer hatten das Polizeigebäude am Freitag mit Schusswaffen und Sprengsätzen attackiert.

Am Samstag bezogen dutzende Soldaten am Polizeipräsidium Stellung, wo weiterhin Schüsse zu hören waren. Wie ein Anwohner sagte, verließen so gut wie alle Bewohner der umliegenden Stadtviertel die Gegend und kamen zunächst bei Verwandten und Freunden unter. Ein weiterer Anwohner sagte, die Menschen hätten Angst vor Razzien der Polizei. In der Stadt Maiduguri sollen Polizisten nach Anschlägen von Boko Haram Häuser niedergebrannt und Bewohner erschossen haben, denen sie Komplizenschaft vorwarfen.

In Nigeria hatte es in den vergangenen Wochen und Tagen vermehrt Angriffe auf Christen gegeben, zu denen sich ebenfalls Boko Haram bekannte. Seit Donnerstagabend wurden im weitgehend muslimischen Norden des Landes etwa 30 Christen getötet, davon 17 bei einem Überfall auf Trauergäste in der Stadt Mubi am Freitag.

hw/AFP / AFP