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Terror gegen Christen in Nigeria: Über 20 Menschen sterben bei Anschlägen

In Nigeria hat eine radikalislamische Sekte weiter Christen im Visier. Bei Anschlägen kamen seit Donnerstag über 20 Menschen um.

Bei einem weiteren Angriff auf Christen im Norden Nigerias sind am Freitag 17 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Bewohnern der Stadt Mubi stürmten Bewaffnete ein Haus, in dem sich Trauergäste versammelt hatten. Diese hatten dort Abschied von einem der sechs Toten des Überfalls vom Vorabend genommen.

Am Donnerstagabend waren sechs Menschen bei einem Anschlag auf eine Kirche in der Stadt Gombe getötet worden. Zehn weitere wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer. Bisher bekannte sich niemand zu den Taten; jedoch wird vermutet, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram für die Attacken verantwortlich ist.

Die Schüsse in Mubi galten einer Besuchergruppe aus dem christlich geprägten Süden des Landes, die zu einem Treffen in das Rathaus im überwiegend islamischen Norden gekommen waren. In Gombe waren bewaffnete Männer zuvor in die "Deeper-Life"-Kirche eingedrungen und hatten die Gläubigen erschossen. Unter den Opfern sei auch die Frau des Pastors, sagte Ishaya Bako, ein Mitarbeiter der Kirche, der Nachrichtenagentur DPA.

Angriffe der "nigerianischen Taliban"

Zuvor war ein Ultimatum abgelaufen, das die Boko Haram am Montag den Christen im Norden gestellt hatte: Sie sollten innerhalb von drei Tagen die Region verlassen, sonst würden weitere Angriffe folgen. Bereits am Mittwoch waren drei Bomben in den nördlichen Städten Maiduguri und Damaturu explodiert. Dabei gab es keine Todesopfer.

Die Sekte, die sich selbst auch die "nigerianischen Taliban" nennt, hatte über Weihnachten bei mehreren Bombenanschlägen auf Kirchen insgesamt mehr als 50 Menschen getötet. Daraufhin verhängte Präsident Goodluck Jonathan vorübergehend den Ausnahmezustand über vier Regionen und ließ die Grenzen zu Nachbarländern schließen.

Die Boko Haram lehnt jeden westlichen Lebensstil und das Christentum strikt ab. Sie terrorisiert schon seit Jahren den Norden Nigerias.

kgi/DPA/AFP / DPA
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