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J. Engelmann: "Jede Woche, Baby!": Drei kurze lange Jahre, B.Sc.

Am Ende eines Bachelor-Studiums ist es nicht selten extrem erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht. Für stern-Stimme Julia Engelmann stellen sich daher mehrere Fragen: Waren das jetzt wirklich drei Jahre? Wie geht es weiter? Und: Wie entstehen eigentlich Freundschaften?

In einem großen, steilen Hörsaal sitzen Hunderte Studenten und lauschen gespannt einem Dozenten

Selbst im Hörsaal vergehen drei Jahre wie im Flug

DPA

Für mich ist das Bachelorstudium noch lange, lange nicht vorbei, weil ich ein ganzes Jahr pausiert habe, um Zeit für Buch und Tour zu haben. Aber für viele meiner Kommilitonen und Freunde ist es schon vorbei, die meisten sind zumindest in den letzten Zügen. Von daher geht das Studium für mich zwar weiter, aber es ist nicht mehr so, wie es angefangen hat und das fühlt sich nach einem Ende an.

Und ich will nicht, dass es schon vorbei ist. Ich will generell nicht akzeptieren, dass Dinge vorbei gehen, schon gar nicht so schnell. Aber jedes Ende bedeutet auch immer Anfang und jede Veränderung bedeutet Entwicklung. Und wenn etwas Schönes vorbei geht, dann heißt es auch, dass es etwas Schönes passiert ist. Und das ist immer eine Bereicherung.

Drei kurze lange Jahre ist das jetzt her, dass wir alle in der Orientierungswoche Süßigkeiten aus einer Box gezogen haben, um uns in Kleingruppen kennenzulernen. Drei Jahre ist das her, dass wir bei der Campusrally die Mensa gesucht haben. Und drei Jahre ist das jetzt her, dass ich dachte: "Das dauert jetzt erst mal drei Jahre".

Wie entstehen Freundschaften?

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag. Erinnere mich, wie ich diesen kleinen Raum mit 150 neuen Kommilitonen betreten hab. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie aufgeregt ich war, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Erinnere mich, wie ich meinen Blick hab schweifen lassen, um so viele Gesichter wie möglich zu erfassen, ohne zu wissen, wer sich dahinter verbirgt. Und jetzt, drei Jahre später, kenne ich Namen zu den Gesichtern. Und wir, wir sind Freunde geworden.

Wie entstehen Freundschaften? Darüber denke ich seit dem Tag immer wieder nach. Ich weiß noch, dass ich mich unbedingt auf den richtigen Platz setzen wollte, um genau die richtigen ersten Zufallsbekanntschaften zu machen. Und ich frage mich, ob es das gibt, den "richtigen" ersten Platz und die "richtige" erste Zufallsbekanntschaft. Ich frage mich, ob wir uns genauso angefreundet hätten, wenn wir am ersten Tag aus der kleinen Box verschiedene Süßigkeiten gezogen hätten. Sind Freundschaften Zufall oder Schicksal? Ich weiß nicht mal, an was ich generell glauben soll, eigentlich glaube ich an gar nichts, eigentlich an beides, vielleicht auch immer grade an das, was besser in mein Weltbild passt.

Wie die Zeit vergeht, oder? Ich kann kaum glauben, wie viel in den letzten drei Jahren passiert ist.  Wie viele WGs wir von innen gesehen haben, wie viele Umzüge wir miterlebt haben, wir viele Flammkuchen wir zusammen gebacken und gegessen haben. Wie viele billige Weißweine, Geburtstagsgeschenke und Mensagerichte wir gekauft haben. Wie oft wir darüber geredet haben, was passiert, wenn diese drei Jahre vorbei sind und wie oft ich gedacht habe, dass das quasi ewig weit in der Zukunft liegt.

Es werden noch viele Flammkuchen kommen

Uni ist wie Schule mit mehr Freiheit und mehr Verantwortung. Ein paar von den 150 Menschen, die ich vor drei Jahren zum ersten Mal gesehen habe, habe ich nie wieder gesehen. Ein paar haben das Studienfach gewechselt, beendet oder pausiert, so wie ich. Aber die meisten von uns haben schon ihre Bachelorarbeit abgegeben und für die meisten von uns geht es jetzt weiter: Reisen, Master, Umziehen, Arbeiten.

Und auch wenn ich nicht akzeptieren will, dass so viele Dinge so schnell vorbei gehen, bin ich mir sicher, dass vor uns allen neue, schöne Jahre liegen. Neue Jahre, in der Umzüge gemacht, Freundschaften geknüpft und Flammkuchen gebacken werden. Neue Jahre, die in ein paar Jahren eine weitere, kostbare Bereicherung darstellen und auf die wir zurück blicken und nicht glauben können, wie viel passiert ist.

Das hier ist der richtige Zeitpunkt um mit einem billigen Weißwein anzustoßen. Auf drei kurze lange und vor allem verdammt schöne Jahre. Auf Neuanfänge und Entwicklung. Auf dass wir uns bald wiedersehen. Und vor allem auf unsere Freundschaft, die unabhängig von jeder Zufallssüßigkeit entstehen hätte müssen, da bin ich mir sicher.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(