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Kommerzielle Raumfahrt: Hawking fliegt mit Branson ins All

Der britische Milliardär Richard Branson will schon bald Privatleute ins All befördern. Bereits in den nächsten Monaten soll das Mutterschiff seiner kommerziellen Weltraumlinie zu einem Testflug in die Erdumlaufbahn aufbrechen, so Branson zum stern. Mit dabei ist dann wohl auch Physiker-Legende Stephen Hawking.

Von Cornelia Fuchs, London

Er ist mit einem Riesen-Heißluftballon in der Stratosphäre um die halbe Welt geflogen, er hat die Sex Pistols in einem Boot auf der Themse vor dem Londoner Parlament "God save the Queen" spielen lassen und unter seinem Management wurde das Fliegen in Linienmaschinen endlich sexy: Der britische Unternehmer Richard Branson wusste stets, wie man Schlagzeilen für das eigene Geschäft nutzt. Jetzt verspricht er den ultimativen Werbe-Auftritt für seine Marke "Virgin" - schon in den nächsten Wochen soll das erste kommerzielle Raumschiff von Virgin Galactic zu einem Testflug in die Erdumlaufbahn aufbrechen.

Dem stern sagte der Gründer der Unternehmensgruppe Virgin: "Normalsterbliche werden ins All reisen können." Schon in den nächsten Wochen werde das Mutterschiff von "Virgin Galactic" zu einem Testflug in die Erdumlaufbahn aufbrechen.

"Ich werde meine Familie mitnehmen"

"Im August oder September lassen wir Raumschiffe von dort aus zu Testläufen starten", erläuterte Branson im stern, "und nach einigen Monaten werde ich dann meine Familie mitnehmen und unsere Mission offiziell beginnen."

Branson verrät im stern, dass sich der bekannte Physiker Stephen Hawking bereits für die Raumflüge angemeldet und auch schon in der Schwerelosigkeit trainiert habe. Eine Tatsache, die Branson "absolut fantastisch" findet: "Ich verehre diesen Mann sehr." Der Mitbegründer der Gaia-Hypothese, James Lovelock, soll auch bald dabei sein. "Lovelock ist einer der herausragenden Forscher zur Erderwärmung und erklärt in seinem neuen Buch, warum die Reisen ins All so wichtig sind für unsere Welt - das ist sehr schmeichelnd für uns", sagt Branson.

Bislang liegen die Reisekosten bei 20.000 Dollar - pro Passagier

Bislang rechnet Bransons Firma Virgin Galactic mit Reisekosten von rund 200.000 Dollar pro Passagier. Den Preis will der Unternehmer jedoch schnell senken. Branson verspricht sich vom All-Tourismus eine große Werbewirkung für seine Marke Virgin: "Das wird ein großartiges Aushängeschild für die Virgin-Gruppe - wir werden auf der ganzen Welt die Einzigen sein, die Reisen ins All anbieten", so Branson im stern.

Angst vor den Kosten hat der mehrfache Milliardär nicht: "Das Ganze kostet uns so viel wie der Bau eines einzigen 747-Jets." Und für diese Summe erhalte er fünf Raum- und zwei Mutterschiffe.