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Kolumne Winnemuth: Leben nach Listen – so kann ich nachlesen, was ich alles NICHT schaffe

Seine Vorsätze zu Papier zu bringen ist eine gute Sache. Man kann schön nachlesen, was man schon vor Monaten hätte tun sollen.

Von Meike Winnemuth

Meike Winnemuth: Leben nach Listen – Was ich alles NICHT schaffe

Meike Winnemuth: "Unter Nervkram fallen Buchhaltung, Steuererklärung, Rechnungen"

Während der vergangenen vier Jahre habe ich mich nach Kräften bemüht, in dieser Kolumne den Eindruck einer halbwegs sortierten Person zu erwecken. Das ist natürlich, Sie ahnen es, wie so vieles, was man von sich selbst behauptet oder auch nur denkt, eine barmherzige Lüge. Ich musste deshalb sehr lachen, als mich kürzlich jemand fragte, welche To-do-App ich empfehlen könne, als Freiberuflerin sei ich doch gewiss eine Meisterin der Selbstorganisation.

Haha. Hahahaha.

Meike Winnemuth: "Unter Nervkram fallen Buchhaltung, Steuererklärung, Rechnungen"

Es stimmt, im Führen einer To-do-Liste bin ich einsame Spitze. Ach, was heißt hier: einer Liste. Es sind viele, sehr viele, je eine für Arbeit und Vergnügen, für Lesen, Schreiben, Kaufen (die wiederum unterteilt in Markt, Supermarkt und Baumarkt), für Nervkram (darunter fallen Buchhaltung, Steuererklärung, Rechnungen), für Reisen und mehr. Und dann wäre da noch meine Lieblingskategorie: Machen.

Herrlich, wie entschlossen das klingt, nicht? Machen. Wunderschönes Wort. Und so viel kürzer als die Überschrift, die meine Liste wirklich verdient: Hätte ich längst schon machen sollen. Da steht zum Beispiel: "Badregal andübeln". Dieser Eintrag stammt vom 26. März 2017. Das besagte Regal wurde im Januar gekauft, glaube ich mich zu erinnern, ein schönes schlichtes Regal, auf das ich griffbereit Handtücher und Toilettenrollen stapeln wollte, wie man das immer in Wohnzeitschriften sieht. Super Idee, so schien es mir im Januar und anscheinend auch noch am 26. März 2017. Aber irgendwie wollte sich in den darauf folgenden Monaten keine rechte Dringlichkeit einstellen, die Handtücher liegen weiterhin im Kleiderschrank, das Toilettenpapier ist neben den Staubsauger gestopft, das Badregal steht im Karton hinter der Heizung. Alles schön an seinem Platz, ich bin da sehr organisiert.

Immerhin: 26. März 2017. Ist also gar nicht so lange her. Andere Einträge sind einen Tick älter. Einen bestimmten wichtigen Brief wollte ich offenbar am 18. Januar 2015 schreiben und habe es bis heute nicht getan. In der Kategorie Lesen steht: "Primo Levi, Das periodische System", 27. August 2014. Bei Reisen steht seit 2009: "Rijksmuseum Amsterdam", aber das war wegen Renovierung geschlossen, da konnte ich nix für. (Okay, seit 2013 ist es wieder geöffnet, aber ...)

Vermutlich hat jeder solche ewigen To-dos, die Woche um Woche oder Jahr für Jahr weitergeschoben werden, bis man sie möglicherweise eines Tages in einem Akt der Entschlossenheit ... nein, nicht etwa erledigt, sondern schamrot löscht. Wird sowieso nichts mehr, und wieso wollte ich jemals Primo Levi lesen? Dann googele ich den, und plötzlich fällt es mir wieder ein. Natürlich. Muss ich lesen.

Listen sind Leuchtfeuer, an denen man sich orientiert

Vielleicht brauchen manche Dinge einfach ihre Zeit. Vielleicht muss man hineinwachsen in die noch zu großen Aufgaben oder die noch unpassenden Bücher. Vielleicht habe ich erst jetzt die Zeit und Geduld und das Verständnis für das Rijksmuseum. Die großen, wirklich wichtigen Dinge stehen sowieso nie auf solchen To-do-Listen: Verletzungen verzeihen, seinen Frieden machen mit Unabänderlichem, Lebenssinn finden. Aber das Aufschreiben von To-dos, so lange sie auch immer unerledigt bleiben, hilft zu sortieren, was einem wirklich wichtig ist. Das sind Leuchtfeuer, an denen man sich orientiert und auf die man eines fernen Tages zusegelt.

Bis auf diejenigen Feuerchen, die man getrost auspusten kann. Höchste Zeit also für einen neuen Eintrag in der Kategorie Machen: "Badregal in Originalverpackung auf Ebay-Kleinanzeigen anbieten". Erstellt am 19. November 2017.

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Themen in diesem Artikel
Würde diese Theorie Funktionieren ( Die Entstehung eines Universums aus einem schwarzen Loch )?
(Der Anfang der Theorie von mir ist unter dem Text der der nachvollzieungs hilfe mit einem 🙃 gekennzeichnet). Ich bin ein recht analysierendender und über mehrere Richtungen hinterfragender Menschen. Eine Theorie die mir in den sin Kamm aber die ich aus eigenemen Ermessensen erst zu grob und simple Fand aber Recht gut mit gängigenen Theorienen Einhergeht wie die (finde ich zu Erprobt stopende) Urknall Theorie, deren Ausbau wo sie durch ein höher dimensiodimensionales Schwarzes Loch aus ging und auch etwas von der multiversums Theorie. 🙃 Meine (mir imer noch zu vorkommende) Theorie geht davon das Der Urknall eine Explosion im und nicht des raumes ist, das ein extrem massereiches Schwarzes Loch das aufgrund des von mangelndem Nachschub Explodierte und durch diese kinetische Energie wie in der Urknall Theorie den Inhalt freisete. aber die Expansion des universums nicht die Ausbreitung des Raumes ist sondern viel ehr eine Zerstreuung Des Inhaltes in einem Raum stattfindet, vergleichbarear mit anderen Explosionen die Inhalt freizusetzenen. PS. ist zwar recht grob für meine persönlichpersönlichen Verhältnisse- (mache meist komplexere, effizientere und schlusvolgerungs fähigere Theorien und ist mir selber etwas schwammig ist eine meinens erachtens funktionell ergänzung zum Thema Uhrknall ) -und und verändertrt im grunde nur etwas den Blickwinkel gängiger Theorien aber in einen effektivenen und nachvollziehbaren weg. Diese Theorie ist Vorwiegend mit sipelerer hrangehensweise aufgebaut als meine anderen und dementsprechend mir etwas Unwohl sie zu veröffentlichen aber im Grunde eine meiner Meinung legitime logische Ergänzung. Was meint ihr?
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?