HOME

Mohammed-Karikaturen: Zwei Tote bei Angriff auf islamkritische Ausstellung in Texas

Zwei Bewaffnete haben auf eine Ausstellung in Texas geschossen und eine Person verletzt. Die Täter wurden von der Polizei getötet. Bei dem Wettbewerb sollte die beste Mohammed-Karikatur gekürt werden.

Polizisten in Garland im US-Staat Texas haben nach dem Anschlag eine Straße abgesperrt

Polizisten in Garland im US-Staat Texas haben nach dem Anschlag eine Straße abgesperrt

Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Ausstellung von Mohammed-Karikaturen sind im US-Bundesstaat Texas zwei Männer erschossen worden. Die beiden Verdächtigen hätten am Sonntag (Ortszeit) vor dem Veranstaltungsort in Garland auf einen Sicherheitsbeamten geschossen und ihn verletzt, teilten die örtlichen Behörden mit. Polizeibeamte hätten die Angreifer erschossen. Zu deren Identität und Motiv äußerten sich die Behörden zunächst nicht.

Wie die Stadtverwaltung von Garland im Online-Netzwerk Facebook mitteilte, waren zwei Männer kurz vor Ende der Ausstellung mit einem Auto zum Curtis Culwell Center gefahren, wo die Karikaturen-Veranstaltung stattfand. Dort hätten sie das Feuer auf einen städtischen Sicherheitsbeamten eröffnet. Seine Verletzung sei nicht lebensgefährlich. Der Zeitung "The Dallas Morning News" zufolge hatten Gegner im Vorfeld die Ausstellung als Angriff auf den Islam bezeichnet.

Die Polizei vermutete in dem Wagen der Angreifer Sprengsätze und schickte Sprengstoffspezialisten dorthin. Das Veranstaltungszentrum sowie umliegende Geschäfte wurden evakuiert. Medienberichten zufolge wurden die beiden Männer bei einem Feuergefecht mit Polizisten getötet.

10.000 Dollar für die beste Mohammed-Karikatur

Die Veranstaltung in der Nähe von Dallas war von der Amerikanischen Initiative zur Verteidigung der Freiheit (AFDI) organisiert worden. Bei dem Karikaturenwettbewerb war ein Preis von 10.000 Dollar (8900 Euro) für die beste Mohammed-Karikatur ausgesetzt worden.

An der Veranstaltung in der Nähe von Dallas hatte auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders teilgenommen. In einer Twitter-Mitteilung berichtete er über die Schüsse in dem Konferenzzentrum. "Ich habe gerade das Gebäude verlassen, nachdem ich gesprochen habe", schrieb er weiter.

Die Darstellung des islamischen Propheten Mohammed empfinden viele Muslime als beleidigend. Im Westen veröffentlichte Mohammed-Karikaturen hatten in der Vergangenheit immer wieder Protestwellen in islamischen Ländern ausgelöst.

Der Anschlag erinnert an das Attentat auf eine Veranstaltung mit einem Mohammed-Karikaturisten in Kopenhagen im Februar, bei dem ein 22-Jähriger Muslim zwei Menschen erschossen hatte. Wenige Wochen zuvor hatten Islamisten Anfang Januar in Paris bei Anschlägen auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo", die Mohammed-Karikaturen abgedruckt hatte, und einen jüdischen Supermarkt 17 Menschen getötet.

kis/AFP/Reuters/DPA / DPA / Reuters