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Oktoberfest in München: Das ist neu auf der Wiesn 2014

Der Wiesn-Wahnsinn hat begonnen: Mit dem traditionellen Fassanstich eröffnete Münchens neuer Oberbürgermeister Dieter Reiter das 181. Oktoberfest. Er ist nicht die einzige Neuheit 2014. Ein Überblick.

Von Jens Maier, München

Angespannt wirkt er. Münchens neuer Oberbürgermeister weiß: Versagt er in diesem Moment, wäre das nicht nur peinlich, sondern könnte ernsthafte Auswirkungen auf seine politische Karriere haben. An 40 Fässern hat Dieter Reiter deshalb für seine erste Wiesn als OB geübt. Um Punkt 12 Uhr setzt er im Schottenhamel-Zelt den Schlegel am ersten Bierfass des 181. Oktoberfestes an. Dann gilt es. Eins. Zwei. Drei. Vier. Insgesamt vier Schläge braucht Reiter. Das ist zwar nicht so gut wie sein Vorgänger Christian Ude, der mit zwei Stößen auskam, aber fürs erste Mal reicht es. Das Spaten-Bier fließt. Erleichtert ruft er: "O' zapft is!"

Der neue OB ist nicht die einzige Neuheit der Wiesn 2014. Rund um die Theresienwiese erwarten die über sechs Millionen Oktoberfestbesucher seit Samstag neue Fahrattraktionen, und erstmals seit 30 Jahren ein neues, großes Festzelt. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Marstall beerbt das Hippodrom

Zum ersten Mal seit 1984 gibt es ein neues Festzelt auf der Wiesn. Damals sorgte das Weinzelt für Furore, heuer ist es der Marstall. Das Wiesnzelt für über 3000 Besucher ersetzt das Hippodrom, nachdem Festzelt-Wirt Sepp Krätz seine Ausschanklizenz wegen Steuerbetruges verloren hatte. Doch die Münchner Schickeria, die mit Vorliebe im "Hippo" feierte, muss sich keine Sorgen machen. Die neue Wirtsfamilie Abele sorgt dafür, dass es auch im Marstall etwas exklusiver zugeht als in anderen Zelten.

Dafür sorgen nicht nur das Ambiente mit festlich geschmückten Bänken und die Essens-Schmankerl, sondern vor allem die Champagnerbar. Hier können Großkopferte und solche die es sein wollen, nicht nur mit Münchner Hellem, sondern auch mit Perligem auf eine friedliche Wiesn anstoßen. Prosit.

Maß kostet erstmals über zehn Euro

Es ist ein ewiges Ärgernis auf der Wiesn: In jedem Jahr wird das Bier teurer. 2014 durchbricht der Preis für eine Maß erstmals die Schallgrenze von 10 Euro. Am teuersten ist der Liter Helles beim Schottenhamel und im Löwenbräu. Beide verlangen 10,10 Euro. Wer sparen will, muss in die Heimer Enten- und Hühnerbraterei oder Heinz Wurst- und Hühnerbraterei. Dort gibt's die Maß noch für 9,70 Euro.

Nervenkitzel im Encounter

Zum Oktoberfest gehören auch die Fahrgeschäfte: Toboggan, Zugspitzbahn und Skyfall-Tower sind seit Jahren gern besuchte Attraktionen. In diesem Jahr kommt eine neue dazu: Der Encounter soll für Nervenkitzel sorgen. Die Geisterbahn der neuen Generation erinnert weniger an die runtergekommenen Fahrattraktionen auf Jahrmärkten als viel mehr Erlebnisbahnen in Freizeitparks.

In der völlig neu konzipierten Bahn von Schausteller Karl Häsler werden die Besucher mit Bügeln auf einem Sitz festgeschnallt und ins virtuelle Labor eines verrückten Professors versetzt, dessen Experiment außer Kontrolle gerät. Kreisch.

Die Wiesn wird vegan

Halbe Hendl, Ochsensemmel und Schweinwürstl gehören zur Wiesn - na klar. Doch neben den fleischlichen Genüssen kommen 2014 auch Veganer auf ihre Kosten. Auf der traditionellen "Oidn Wiesn" können Oktoberfestbesucher veganes Essen probieren. Neu sind auch die "Baumstriezel": Stockbrote aus Hefeteig mit Kokos-, Kakao- oder Mohnglasur.

Der Oktoberfest-Hit 2014

"Ein Prosit der Gemütlichkeit" ist der Evergreen. Daneben spielen die Blasmusikkapellen in den Festzelten aber auch moderne Songs. Der Titel, bei dem das Publikum am meisten mitgrölt, wird am häufigsten gespielt. So entsteht Jahr für Jahr der Wiesn-Hit.

Die heißesten Anwärter in diesem Jahr kommen aus Deutschland: Helene Fischer mit "Atemlos" und Andreas Bourani mit "Auf uns". Kapellmeister Wolfgang Köbele, der im Marstall-Festzelt aufspielt, hat jedoch noch einen Geheimtipp. Er glaubt, dass der Gaucho-Song gute Chancen auf den Wiesn-Hit hat. Wie gehen die Oktoberfestbesucher? Die gehen so.

Das perfekte Wiesn-Outfit

Tracht ist seit Jahren im Kommen. Selbst Zugreiste Wiesn-Besucher erscheinen inzwischen in Dirndl und Lederhosen. Wer in diesem Jahr in sein will, sollte aber auf Firlefanz verzichten und so traditionell wie möglich kommen. Bei den Herren bedeutet das, dass die Lederhosen unbedingt über dem Knie enden sollten, bei den Damen, dass allzu bunte Blusen out sind. Oder wie sagt Bräurosl-Festwirt Georg Heide: "Das Oktoberfest ist kein Karneval."