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Kulinarische Wiesn 2014: Was Sie auf dem Oktoberfest unbedingt essen müssen

"O'zapft is" - neben einer gepflegten Maß, gibt es auf dem größten Volksfest Deutschlands eine Vielfalt an unterschiedlichen Gerichten. Was das Oktoberfest kulinarisch bietet? Wir sagen es Ihnen.

Fleischesser kommen auf dem Münchner Oktoberfest wahrlich auf ihre Kosten. Ob Bratwürste, halbe Hähnchen oder Schweinshaxen - all diese Speisen finden auch bei Touristen reißenden Absatz. Doch, was ist mit den Vegetariern und Veganern? Den Naschkatzen und Salat-Fanatikern? Auch für sie bietet das Volksfest genug kulinarische Highlights an. Hier finden Sie unsere Top 10 der Oktoberfest-Gerichte, die Sie nicht verpassen sollten.

1. Ohne Hendl, kein Oktoberfest

Hendl und Haxen sind DIE Spezialitäten auf dem Münchner Oktoberfest. Das Schweinefleisch der Haxe ist stark durchwachsen von einer dicken Fettschicht und wird gekocht oder gegrillt serviert. In bayrischen Biergärten und auf dem Oktoberfest wird es meist mit Sauerkraut serviert.

Aber auch Ente geht gut über den Tresen. Die Hendl-und Entenbraterei Heimer ist einer der bekannten Traditionsbetriebe auf dem Münchner Oktoberfest und ist einen Besuch für alle Touristen, aber auch für die Einheimischen wert. Die Ente isst man hier mit einer hausgemachten Sauce, Kartoffelknödel und Blaukraut. Übrigens: Im letzten Jahr wurden knapp 510.000 Hendl auf dem Fest verkauft.

2. Wenn Salat, dann mit Wurst

In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist herzhafter Wurstsalat ein Muss bei jedem Abendbrot und ein echter Klassiker. Wurstsalat wird traditionell aus Fleischwurst zubereitet und mit Zutaten wie Radieschen, Zwiebeln, Gewürzgurken, Käse und Kräuter verfeinert. Auch auf dem Oktoberfest ist der Wurstsalat eine gute Mahlzeit für zwischendurch - um den Alkohol im Griff zu halten.

3. Die traditionelle Weißwurst

Weißwürste gehören zu einem bayrischen Frühshoppen einfach dazu. Auch in spätsommerlicher Biergarten-Atmosphäre kann man eine Brühwurst aus feinem Kalbfleisch oder Schweinefleisch gut verzehren. Die weiße Farbe des Fleisches kommt daher, weil es nicht mit Nitritpökelsalz, sondern mit üblichem Kochsalz gewürzt wird. Die Wurst wird traditionell frühmorgens hergestellt und vormittags auf Märkten und in Wirtshäusern mit süßem Senf, Brezeln und Weißbier gefuttert.

4. Fisch - in allen Formen

Fisch darf auf dem Volksfest auch nicht fehlen. Besonders der Steckerlfisch wird geliebt. Hierbei handelt es sich um einen am Stab gegrillten Fisch, eine Spezialität aus dem bayerischen Alpenvorland und Oberösterreich, der vor allem in Biergärten und auf Volksfesten serviert wird. Zum Grillen werden die Stöcke so festgemacht, dass sich die Fische kopfunter befinden. Während sie über dem Grill brutzeln, werden sie immer mal wieder mit Butter oder einer Marinade eingepinselt.

Traditionell wird Steckerlfisch aus Renken, Weißfische oder Brachsen zubereitet. Heute aber auch aus Zuchtfischen wie Forellen, Saiblingen, Makrelen und anderen Seefischen. Als Beilage gibt es Brezeln oder Semmeln. Einen flotten Spruch bekommt man bei den meisten Fischhändlern auf dem Oktoberfest gratis dazu. Und Achtung: Der Steckerlfisch hat nichts mit dem getrockneten Stockfisch zu tun.

5. Der Bayer und der Veganer

Sojamedaillons mit veganer Rahmsauce oder veganen Spätzle mit Mandelbrokkoli und Sojasauce. Im #link;#http://www.herzkasperlzelt.de/;Herzkasperlzelt# auf der Wiesn gibt es solche, für das Oktoberfest, ungewöhnliche Gerichte. Viele gestandene Bayern können sich mit so "neumodischem" Kram wie vegane Burger aus Seitan oder Tofu, nicht anfreunden. Trotzdem: Die Speisen sind auf dem Volksfest der Renner und das Fest wird ein bisschen veganer. Veganes Gulasch, sowie Nudelgerichte ohne Eier, Milch, Sahne und Käse oder auch veganen Rotwein, der ohne tierische Eiweiße gefiltert wurde, wird seit 2013 im Fisch-Bäda-Zelt angeboten. Man merke: Auch der Bayer kann sich neuen Gegebenheiten im kulinarischen Bereich gut anpassen.

6. Semmelknödel für Alle

Knödel als Beilage zu Rotkraut und einem Schweinebraten kennt jeder, der sich schon einmal zur Weihnachtszeit in Bayern aufgehalten hat. Knödel sind aber im ganzen Land eine beliebte Speise. Vor allem auf dem Oktoberfest werden massenhaft Semmelknödel verkauft und gegessen. Die "Münchner Knödelei", die es seit 1997 gibt, bietet die unterschiedlichsten Knödelgerichte an. Denn Knödel sind seit jeher Sinnbild der bayerischen Esskultur. Am Verkaufsstand, der aussieht wie ein überdimensionaler, alter Ofen gibt es Leberknödelsuppe, Semmelknödel, Kartoffelknödel, Spinatknödel, Knödelgröstl, Kasknödel und viele mehr. Guten Appetit.

7. Cremiger Obazda

Eigentlich als Verwertungsgericht für alten Käse genutzt, ist Obazda (oder auch Obatzter) heute ein sehr beliebtes Gericht. Die Biergarten-Brotzeit wird aus Camembert, Butter, Paprika-Pulver hergestellt. Der reife Camembert wird mit schaumig gerührter Butter, gehackten Zwiebeln, viel Rosenpaprika, Kümmel und etwas Weißbier zu einer Creme verarbeitet. Dazu gibt es eine Brezel, Radieschen und eine kühle Maß Bier. Auch als Grill-Dip passt Obazda hervorragend. Der bayerische Obazda auf dem Oktoberfest wird meist frisch hergestellt und mit den Händen vermatscht.

8. Bayrische Brotzeit

Was darf auf einer bayerischen Biergartenschmankerl-Platte niemals fehlen? Genau der "Radi", in weiten Teilen des Landes Rettich genannt. Die im 13. Jahrhundert n. Chr. als Heilpflanze geschätzte Wurzel wurde bereits in der Antike von den Römern über die Alpen nach Mitteleuropa gebracht und dort angebaut. Dazu ist Rettich auch noch sehr gesund: Er regt den Stoffwechsel und die Verdauung an und außerdem enthält er außergewöhnlich viel Vitamin C. Serviertipp: Den geschälten Rettich in hauchdünne Scheibchen hobeln, mit Salz bestreuen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Dann ein wenig Essig und Sahne zugeben, alles miteinander mischen und als Schmankerl zum Abendbrot mit einem Bier servieren. Auf dem Oktoberfest wird Rettich meist in einem tiefen Teller serviert - zusammen mit Schnittlauchbrot und Obazda.

9. In Bayern liebt man Kässpätzle

Obwohl der Ursprung der Spätzle im Schwabenland liegt, haben die Allgäuer das Originalrezept einfach verfeinert und aus den Spätzle Kässpätzle gemacht. Deshalb auch der Name: Allgäuer Kässpatzen. Weil das Allgäu schon von jeher als Milchland bekannt ist, kamen die Bewohner auf die leckere Idee, Käse unter die Knöpfli zu mischen. Normalerweise bedarf es für die Herstellung der Käsespätzle keinen Backofen, sondern nur eine Pfanne. Auf dem Fest in München sollte man rund 12,50 Euro für dieses Gericht einplanen. Und achten Sie darauf, dass die Röstzwiebeln nicht vergessen werden!

10. Etwas Süßes zum Schluss

Neben Schokotrauben, Paradiesäpfeln oder gebrannten Mandeln gibt es auf dem Volksfest zahlreiche Nachtische. Dafür sind die Bayern bekannt. Ob Germ-Mohnstrudel, Quark-Kaiserschmarn oder Zwetschgendatschi mit Streuseln - kalorienhaltig sind all diese Gerichte. Wie gut aber, dass das Oktoberfest während der Pflaumen-Saison stattfindet und die Besucher nicht auf Zwetschgendatschi (Pflaumenkuchen) verzichten müssen. Vergessen Sie die frisch geschlagene Sahne dazu nicht! Auch Dampfnudeln mit Vanillesauce oder Apfelstrudel mit Rosinen und Vanilleeis kann in den 14 großen Zelten und den zahlreichen kleinen und mittelgroßen Zelten genossen werden. Und vergessen Sie nicht bei der Schaustellerfamilie Krug vorbei zuschauen. Sie stehen seit 1974 auf dem Oktoberfest und verkaufen einzigartige glasierte Früchte-Variationen.