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Wegen Bedeutung der Sache RBB-Affäre: Berliner Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen im Fall Patricia Schlesinger

Patricia Schlesinger ist nach anhaltenden Vorwürfen und wachsendem öffentlichen Druck als RBB-Intendantin zurückgetreten
Patricia Schlesinger ist nach anhaltenden Vorwürfen und wachsendem öffentlichen Druck als RBB-Intendantin zurückgetreten
© Christoph Soeder / Picture Alliance
In der Affäre um die zurückgetretene Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, hat die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu der Affäre um die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger übernommen. Das teilte ein Behördensprecher am Donnerstag auf Anfrage mit. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Als Grund dafür nannte der Sprecher die Bedeutung der Sache. Weitere Angaben machte er jedoch nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen aufgenommen wegen des Anfangsverdachts der Untreue und Vorteilsannahme.

Diese richten sich nach Angaben der Behörde gegen Schlesinger, ihren Ehemann sowie den zurückgetretenen RBB-Verwaltungsratschef und Messe-Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf. Derzeit läuft eine externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Nach Aufgabe von ARD-Vorsitz: Schlesinger am Sonntag als RBB-Intendantin zurückgetreten

Die 61-jährige Schlesinger war am Sonntag als RBB-Intendantin zurückgetreten. Wenige Tage zuvor hatte sie nach zahlreichen gegen sie erhobenen Vorwürfen hinsichtlich ihrer Amtsführung bereits den ARD-Vorsitz abgegeben. 

Das Online-Medium "Business Insider" hatte den Fall Ende Juni ins Rollen gebracht. Schlesinger soll unter anderem Abendessen in ihrer Privatwohnung, für die der gebührenfinanzierte RBB aufkam, nicht richtig abgerechnet und ihren sehr hochwertigen Dienstwagen auch für private Fahrten genutzt haben. Die "Bild"-Zeitung berichtete außerdem von kostspieligen Umbauten in Schlesingers Büro.

Zudem soll der RBB-Verwaltungsratsvorsitzende Wolf in seiner Rolle als Aufsichtsratschef der landeseigenen Messe Berlin den Ehemann von Schlesinger und ehemaligen "Spiegel"-Journalisten Gerhard Spörl mit lukrativen Berateraufträgen versorgt haben. Diese sollen einen Gesamtwert von 140.000 Euro gehabt haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe ließ Wolf bereits sein RBB-Amt ruhen. Zu Beginn der Woche trat er dann zurück - sowohl von seinem Amt bei dem Sender als auch bei der Messe.

yks DPA AFP

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