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Polizeigewalt in den USA Cops erschießen schwarzen Obachlosen in Los Angeles


Ein neuer Fall von Polizeigewalt beschäftigt die US-Gesellschaft. In Los Angeles wurde bei einem Polizeieinsatz ein farbiger Obdachloser erschossen. Ein Augenzeugenvideo zeigt den Vorfall.

In Los Angeles ist ein Obdachloser offenbar von Polizisten erschossen worden. Kurz darauf tauchten Videoaufnahmen des Vorfalls auf, über den auch mehrere örtliche Medien berichteten. Darauf ist eine Auseinandersetzung zwischen dem Obdachlosen und mehreren Beamten zu sehen, die versuchen, den Mann zu überwältigen. Zudem ist eine Stimme zu hören, die "Waffe runter" schreit, bevor mehrere Schüsse fallen.

Die Polizei von Los Angeles (LAPD) hat den Vorfall bestätigt:

In weiteren LAPD-Tweets heißt es zum Tathergang, die Polizei sei zu einem Raubüberfall gerufen worden. Als die Beamten am Tatort eintrafen, seien sie sofort von einem Verdächtigen angegriffen worden. Die Beamten hätten versucht, den Mann mit einem Taser - einer Elektroschockpistole - zu überwältigen. Er sei gestürzt, es habe einen Kampf um die Handfeuerwaffe eines Polizisten gegeben, dann seien Schüsse gefallen. Es werde weiter ermittelt, die Polizei sei um Transparenz bemüht, heißt es.

Obdachloser im Krankenhaus für tot erklärt

Medienberichten zufolge eröffnete mindestens einer der Beamten das Feuer. Die Polizei bestätigte inzwischen selbst, dass drei Cops auf den Mann, der als "Africa" oder "Brother Africa" bekannt war, geschossen hätten. Warum genau sei noch unklar, er sei offensichtlich nicht bewaffnet gewesen. Der Nachrichtensender CNN zitiert eine Zeugin, der zufolge der Mann plötzlich aufgesprungen und auf die Polizisten losgegangen sei, die Beamten hätten fünf Schüsse abgefeuert. Der Obdachlose wurde ins Krankenhaus gebracht, dort aber für tot erklärt, wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf einen Polizeisprecher berichtete.

Der Augenzeuge, der das Video drehte, sagte CNN: "Ich habe mein Smartphone genommen, um die ganze Sache zu filmen, denn in den Nachrichten war so viel über Polizeigewalt zu hören. Ich wollte filmen, um sicherzustellen, dass nichts passiert. Doch dann habe ich eine Tragödie miterlebt."

Der Vorfall ereignete sich in dem Viertel Skid Row, in dem viele Obdachlose leben. In dem Bezirk unweit des Stadtzentrums gibt es auch zahlreiche Hilfsdienste für Obdachlose, außerdem säumen Zelte und andere Behelfsunterkünfte die Straßen.

In den letzten Monaten hatten sich in den USA die Fälle von brutaler Polizeigewalt gehäuft, vor allem über Angriffe auf Schwarze wurde nach den Protesten von Ferguson immer wieder berichtet: Michael Brown, Eric Gartner, Trayvon Martin. In vielen Großstädten demonstrierten daraufhin Tausende gegen Rassismus und Polizeiwillkür.

Auch nach dem neuen Vorfall sind die Reaktionen bereits heftig:

tim/dho/AFP AFP

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