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Robert Durst: US-Immobilienmogul gesteht versehentlich mehrere Morde

In Robert Dursts Umfeld verschwinden und sterben immer wieder Menschen - seine Frau, seine Freundin, ein Nachbar. Während Filmaufnahmen gesteht er versehntlich die Morde und wird prompt verhaftet.

Robert Durst, als er 2014 vor Gericht saß, weil Familienangehörige aus Angst eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken wollten

Robert Durst, als er 2014 vor Gericht saß, weil Familienangehörige aus Angst eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken wollten

Nach einem wohl unbeabsichtigten Geständnis im Rahmen einer US-Fernsehserie ist der New Yorker Immobilien-Magnat Robert Durst unter Mordverdacht festgenommen worden. Wie US-Medien unter Berufung auf die Polizei berichten, kam es in einem Hotel von New Orleans zur Festnahme des 71-Jährigen. Einen Tag danach lief die letzte Folge einer TV-Dokumentation über Durst, in der er sagt, er habe "alle getötet".

Ex-Frau, Freundin, Nachbar tot aufgefunden

Durst wird den Berichten zufolge des Mordes an seiner Freundin Susan Berman verdächtigt. Diese war im Jahr 2000 in Los Angeles erschossen worden, einen Tag bevor die Polizei sie zu dem mysteriösen Verschwinden von Dursts Ehefrau im Jahr 1982 befragen wollte. Die Polizei hatte den exzentrischen Multimillionär damals im Verdacht, für das Verschwinden seiner Frau verantwortlich zu sein, doch wies er stets jede Verwicklung in den Fall zurück.

Im Jahr 2003 dann wurde Durst wegen des Mordes an einem 71-jährigen Nachbarn in Texas angeklagt, dessen zerstückelte Leiche zwei Jahre zuvor gefunden worden war. Nach Angaben des Nachrichtensenders CNN berief er sich jedoch auf Notwehr und wurde von den Geschworenen freigesprochen.

FBI vermutet, dass Durst fliehen wollte

Durst stammt aus einer Familie wohlhabender Immobilienbesitzer. Der Sender HBO nahm die mysteriösen Todesfälle zum Anlass für eine sechsteilige Dokumentation mit dem Titel: "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" (Der Unglücksbringer: Das Leben und die Toten des Robert Durst).

In der letzten Folge ist der 71-Jährige zu hören, wie er vor sich hin murmelt: "Was zum Teufel habe ich eigentlich getan? Alle getötet, ganz klar" - offensichtlich hatte er nicht bemerkt, dass das drahtlose Mikrofon immer noch eingeschaltet war, als er nach einem längeren Interview die Toilette aufsuchte. Nach Informationen der "Los Angeles Times" spielte der Dokumentarfilm bei Dursts Festnahme durchaus eine Rolle, auch wenn die Polizei sich dazu nicht äußern wollte.

Ermittler des FBI gingen nach Informationen des Senders ABC davon aus, dass Durst fliehen wollte. In dem Hotel in New Orleans habe er unter falschem Namen eingecheckt und sei mit falschen Papieren gereist. Der Anwalt Chip Lewis sagte der "Washington Post", sein Mandant habe zehn Jahren lang seine Unschuld beteuert, daran habe sich "nichts geändert". Allerdings sei nicht klar, ob Lewis schon von Dursts Bemerkungen wusste - und ob diese überhaupt gerichtstauglich seien, berichtete das Blatt.

yps/AFP / AFP