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Saudi-arabische Journalistin: Peitschenhiebe für eine Sex-Sendung

Weil die saudi-arabische Journalistin Rosanna al Jami im libanesischen Fernsehen mit einem Gast über Sex geplaudert hat, soll sie in ihrem Heimatland drakonisch bestraft werden. 60 Peitschenhiebe drohen der 22-Jährigen, ihr Gesprächspartner wurde sogar zu 1000 Hieben verurteilt.

60 Peitschenhiebe für eine Sendung über Sex: Rosanna al Jami ist die erste Journalistin Saudi-Arabiens, der diese drakonische Strafe auferlegt wurde. Die 22-Jährige arbeitete für eine Fernsehshow, in der ein Gast offen über sein erotisches Leben sprach und Sexspielzeuge präsentierte. Der von einem libanesischen Sender ausgestrahlte Beitrag sorgte im streng islamischen Königreich für großes Aufsehen.

"Ich bin zu frustriert und zu wütend, um Berufung gegen das Urteil einzulegen", sagte Al Jami. Sie habe den Richter so verstanden, dass er die Vorwürfe, die Sendung vorbereitet und im Internet beworben zu haben, fallen gelassen habe. Dennoch sei sie als Abschreckung zur Auspeitschung verurteilt worden.

1000 Peitschenhiebe für den Gast

Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, ihm seien keine Einzelheiten zum Richterspruch bekannt. Auch wann die Strafe vollstreckt werden soll, blieb zunächst unklar. Der Mann, der in der Sendung zu Wort kam, war bereits zuvor zu fünf Jahren Gefängnis und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Zudem verlor er seinen Job bei der staatlichen Airline.

Er warf dem libanesischen Sender LBC vor, ihn ausgetrickst zu haben. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er bei den Gesprächen über sein Sexleben gefilmt worden sei. Sein Anwalt betonte, der Fall hätte vor einem Sondergericht für Medienangelegenheiten beim Informationsministerium verhandelt werden müssen. Dass dies nicht geschehen sei, widerspreche saudischem Recht.

Donna Abu-NasrAP
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