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Schnitzel unterm Hakenkreuz: Umstrittenes Nazi-Café in Indonesien wieder eröffnet

Nachdem er Todesdrohungen erhalten hatte, gelobte ein indonesischer Cafébesitzer Nazi-Symbole aus seinem Lokal zu werfen. Nach einem halben Jahr Pause erweist sich sein Vorsatz als Lippenbekenntnis.

Essen unter den Augen Hitlers: Im indonesischen Bandung hat ein Restaurant wiedereröffnet, dass mit Nazi-Symbolen dekoriert wurde

Essen unter den Augen Hitlers: Im indonesischen Bandung hat ein Restaurant wiedereröffnet, dass mit Nazi-Symbolen dekoriert wurde

Internationale Proteste und Drohungen hatten vor einem Jahr zur Schließung eines Nazi-Cafés im indonesischen Bandung geführt - seit Samstag hat die umstrittene Gaststätte wieder geöffnet. Café-Betreiber Henry Mulyana empfing nach der freiwilligen Pause die ersten Gäste. Seine Ankündigung, alle Hakenkreuze zu entfernen, setzte er nicht in die Tat um. Auch ein Bild Adolf Hitlers blieb an der Wand.

Mulyana hatte das Lokal 2011 unter dem deutschen Namen "Soldatenkaffee" aufgemacht, zwei Jahre lang servierten Kellner in SS-Uniform den zahlreichen Gästen unbehelligt Speis und Trank. Erst Berichte in englischsprachigen Medien führten im vergangenen Sommer zu scharfen Protesten und dem Vorwurf, Mulyana stachele zum Rassenhass an. Insbesondere jüdische Organisationen zeigten sich entsetzt. Aber erst nach Todesdrohungen machte der Gastwirt seinen Betrieb vorübergehend dicht.

Gäste erscheinen mit Hakenkreuzen

Sein Anwalt hatte angekündigt, die Nazi-Thematik werde vor der Wiedereröffnung auf den Zweiten Weltkrieg "erweitert" und sämtliche Hakenkreuze würden verschwinden. Doch auch wenn nun Winston Churchill und Josef Stalin gezeigt werden: Hitler blieb hängen. Und zu den Ausstellungsstücken im renovierten Café zählen drei riesige Adler aus Eisen, die Hakenkreuze aufweisen. Eine der Wände wurde mit einem Zitat Hitlers bestrichen, in dem er den Nationalsozialismus als Kampf für Freiheit und gegen den Kapitalismus darstellte. Zu den ersten Gästen zählten junge Männer in militärisch anmutender Kleidung, einer von ihnen trug ein Hakenkreuz am Arm. Eine Gruppe posierte für ein Foto als Kriegsgefangene in einer nachgestellten Verhörzelle.

Alles in seinem "Soldatencafé" sei "legal", sagte Mulyana am Samstag. "Wir haben viele Kunden aus Europa, und sie haben mit der Thematik des Zweiten Weltkriegs kein Problem. Das wird hier aus einer historischen Perspektive betrachtet."

ono/AFP / AFP