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Schweres Erdbeben: Chile ruft Katastrophenzustand aus

Ein Erdbeben der Stärke 8.8 hat Chile erschüttert und eine Flutwelle ausgelöst. Offenbar starben mindestens 64 Menschen, die Grundversorgung ist bedroht, in einigen Regionen gilt der Notstand.

Bei dem schweren Erdbeben am frühen Samstagmorgen in Chile sind Medienberichten zufolge mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Dies berichtete am Samstag der Hörfunk unter Berufung auf Reporter in der Nähe des Epizentrums des Bebens. Präsidentin Michelle Bachelet hatte zuvor von mindestens sechs Todesopfern gesprochen. In der Hauptstadt Santiago wankten Häuser, es kam zu Stromausfällen. In einigen Landesteilen sei die öffentliche Grundversorgung ausgefallen. Bachelet appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren.

Im 320 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegenden Santiago strömten Menschen auf die Straßen, sie weinten und umarmten sich. Die Erdstöße dauerten zwischen zehn und 30 Sekunden.

Das Epizentrum des Bebens lag den Angaben zufolge 90 Kilometer von der Stadt Concepcion entfernt im Meeresgrund, in einer Tiefe von 55 Kilometern. Dem Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik zufolge wurde eine Flutwelle ausgelöst. Die US-Geologen hatten die Stärke des Bebens zunächst sowohl mit 8,3 als auch mit 8,5 angegeben, um sie schließlich mit 8,3 festzulegen. Für Chile und das nördliche Nachbarland Peru wurde eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Auch die Menschen in Ecuador, Kolumbien, Panama, Costa Rica und der Antarktis wurden zur Wachsamkeit aufgerufen. Chile liegt vier Stunden hinter der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ).

1960 war Chile von dem stärksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900 erschüttert worden. Das Beben der Stärke 9,5 verwüstete damals die Stadt Valdivia, 1655 Menschen kamen ums Leben.

Auch für Australien ist am Samstag eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden. Von einer Flutwelle könnten unter anderem die östlichen Staaten New South Wales und Queensland betroffen sein, erklärte das australische Warnzentrum. Eine solche Welle würde den Kontinent allerdings nicht vor Sonntag (Ortszeit) erreichen.

DPA / DPA