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Sibirien: Das Hundemädchen von Tschita

In einer Wohnung im ostsibirischen Tschita haben die Behörden ein Mädchen entdeckt, das fast nur mit Haustieren aufwuchs. Die Fünfjährige, die auch "Mogli" genannt wird, zeigt Reflexe wie ein Hund, fängt bei Geräuschen an zu bellen und schleckt ihr Essen vom Teller. Dem Vater der Kleinen droht eine Anklage wegen Vernachlässigung.

Nach der Entdeckung einer bellenden Fünfjährigen in Sibirien ist der Vater des Mädchens festgenommen worden. Der Mann sei von den Ermittlern in Tschita befragt worden, wie er das Hunde-ähnliche Verhalten seiner Tochter erkläre, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. Der Mann sei inzwischen zwar wieder auf freiem Fuß, ihm drohe aber eine Anklage wegen Vernachlässigung.

Das Mädchen, das Natascha Michailowa heißt, war von Mitarbeitern des Jugendamtes in einer völlig verdreckten Wohnung gefunden worden. Es versuchte, sich durch Bellen zu verständigen und verhielt sich auch in anderen Dingen wie ein Hund.

Das Mädchen lebte nach Polizeiangaben allein mit dem Vater und zahlreichen Katzen und Hunden in einer Wohnung in Tschita in Ostsibirien. Die Fünfjährige habe das Haus nie verlassen dürfen und sich offenbar besser mit den Hunden als mit den Menschen verstanden. Sie habe nicht gelernt zu sprechen, sondern versuche, sich durch Bellen verständlich zu machen. "In all den Jahren hat es das Mädchen nur geschafft, die Tiersprache zu lernen", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung. Das Kind verstehe allerdings Russisch.

Die Kleine war bei ihrer Entdeckung ungewaschen und hatte schmutzige Kleider an. "Rund fünf Jahre lang wurde das Mädchen von einigen Hunden und Katzen 'aufgezogen'", erklärte die Polizei. Sie nannte das Mädchen "Mogli" - in Anspielung auf die Hauptfigur aus Rudyard Kiplings Bestseller "Das Dschungelbuch". Das Mädchen wurde den Angaben zufolge in eine Betreuungseinrichtung gebracht, wo es medizinisch und psychiatrisch umsorgt wird. Dort springt das Mädchen gegen die Tür und bellt, wenn ihre Betreuer den Raum verlassen. Das Kind schleckt Essen lieber direkt vom Teller, als einen Löffel zu benutzen.

AFP / AFP
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?