Russland Chodorkowski muss in Haft bleiben


Keine vorzeitige Entlassung für den russischen Ex-Ölmagnaten: Michail Chodorkowski bleibt in Haft, ein Gericht in Tschita lehnte einen Antrag auf Freilassung ab. Der Häftling zeige keine Anzeichen auf Besserung, so die Begründung. Chodorkowski gilt als Widersacher von Ministerpräsident Wladimir Putin.

Der frühere russische Tycoon Michail Chodorkowski bleibt in Haft. Ein Gericht in Tschita im russischen Fernen Osten lehnte den Antrag auf vorzeitige Entlassung erneut ab. Ein Sprecher der Anwälte Chodorkowskis, Maxim Dbar, sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Gericht habe geurteilt, dass der Ex-Yukos-Chef "keine Fortschritte zu einer Besserung" gemacht habe. Die Anwälte des bekanntesten russischen Häftlings wollten in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie gegen den Gerichtsentscheid Berufung einlegen, sagte Dbar.

Acht Jahre Haft

Im August hatten Richter den Antrag des früheren Ölmagnaten auf vorzeitige Haftentlassung mit der Begründung zurückgewiesen, er habe die Teilnahme an einem Resozialisierungsprogramm abgelehnt. Der einstige Chef des mittlerweile vom Staat zerschlagenen Yukos-Konzerns verbüßt eine achtjährige Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Betrugs. Nach russischem Recht können Häftlinge wegen guter Führung vorzeitig aus der Haft entlassen werden, wenn sie mehr als die Hälfte ihrer Strafe abgesessen haben.

Chodorkowskis Anwälte sehen in der fortdauernden Inhaftierung ihres Mandanten die Einschätzung bestätigt, dass die von Präsident Dmitri Medwedew angekündigte Reform der Justiz nicht ernst gemeint ist. Der Geheimdienst FSB hatte Chodorkowski 2003 verhaftet, zwei Jahre darauf wurde der einstmals reichste Russe verurteilt. Chodorkowski sieht sich als Opfer von Gefolgsleuten des früheren Präsidenten und heutigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin, die sein Firmenimperium zerschlagen wollten und seine politischen Ambitionen gefürchtet hätten.

AFP/Reuters Reuters

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