HOME

Alter Schwede: Martin Schulz wirbt in Russland für Holzfenster?

In Deutschland ist er der SPD-Chef und -Kanzlerkandidat, in Russland Tim Erikson - angeblich Fensterexperte aus Schweden: Eine Baufirma wirbt mit Martin Schulz' Konterfei in einer Zeitungsanzeige. Und besteht auf die Richtigkeit der Angabe.  

Martin Schulz wirbt in Russland für Holzfenster

In einer russischen Zeitungsanzeige wird der SPD-Kanzlerkandidat zum schwedischen Fensterexperten Tim Erikson.

Hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz einen Doppelgänger? Eine Baufirma mit einer Moskauer Vorwahl wirbt zumindest in einer Reklame mit dem Bild eines angeblichen Fensterexperten, der dem deutschen Politiker verdächtig ähnlich sieht. Unter dem schwedischen Namen Tim Erikson mahnt dieser: "Holzfenster durch Plasikfenster ersetzen, davon rate ich ab."

Eine Verbindung zu dem ehemaligen EU-Parlamentspräsidenten bestreitet die Firma vehement: "Den Namen (Martin Schulz, Anm. d. Red.) habe ich noch nie gehört", sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätigte die Angabe aus der Anzeige, die in der Dienstagsausgabe der von der Moskauer Stadtregierung unterstützten Zeitung "Weschernjaja Moskwa" (zu Deutsch: "Abendliches Moskau" vom 25.7., S. 14) erschienen ist. "Wir sind nämlich ein russisch-schwedisches Joint Venture", rechtfertigt sich das Bauunternehmen gegenüber "Spiegel Online". 

Weist der Lebenslauf von Martin Schulz Lücken auf?

Vielleicht hat die Baufirma den Namen von Martin Schulz noch nie gehört, das Bild aber offenbar schon einmal gesehen - etwa auf der Homepage der SPD. Dort findet sich neben Schulz' Lebenslauf eben jenes Bild aus der Anzeige. Weist dieser etwa Lücken auf? Das ist wohl mehr als unwahrscheinlich.

Vor kurzem hat die Junge Union Bayern den SPD-Kanzlerkandidaten für politische Zwecke instrumentalisiert: Am 10. Juli hatte die JU Bayern einen ausgedachten Tweet auf ihrer Facebook-Seite gemeinsam mit einer echten Nachricht des SPD-Kanzlerkandidaten veröffentlicht. Das Landgericht Hamburg hat am vergangenen Mittwoch entschieden, dass der Fake-Tweet gelöscht werden muss.



fs/ivi/mit Material der dpa