HOME

Toter und Verletzte in Flensburg: Was geschah an Bord des IC 2406? Ermittler geben erste Details bekannt

Was sind die Hintergründe der Bluttat von Flensburg? Nach ersten Ermittlungen kam es zwischen dem von einer Polizistin erschossenen Flüchtling aus Eritrea und einem 35-jährigen Mann zu einem Streit. Die Polizei sucht weiter Zeugen.

Vorfall in Intercity-Zug: Flensburg: Polizistin erschießt Messerangreifer

Die Fahrt des Intercity 2406 vom Rheinland in den hohen Norden endete mit einem Blutbad. In dem Zug wurde ein Mann aus Eritrea erschossen, der mit einem Messer auf einen Mitreisenden und eine Polizistin eingestochen haben soll. Bei dem Getöteten handele es sich ersten Erkenntnissen zufolge um einen 24-Jährigen, der eine befristete Aufenthaltserlaubnis für Deutschland gehabt haben soll und in Nordrhein-Westfalen lebte, wie die Polizei von Schleswig-Holstein mitteilte.

Eines seiner Opfer ist den Angaben zufolge ein 35 Jahre alter Mann aus Köln. Die Polizistin kommt aus Bremen. Er soll im September 2015 als Flüchtling über Österreich nach Deutschland eingereist sein, hieß es in Sicherheitskreisen.

Keine Hinweise auf terroristischen Hintergrund

Die Polizeibeamtin und der 35-Jährige wurden den Angaben zufolge schwer verletzt, Lebensgefahr bestehe aber nicht. Ob die beiden Männer sich kannten, werde noch geprüft, ebenso die Nationalität des 35-Jährigen, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt der Nachrichtenagentur DPA in Flensburg. Einen terroristischen oder politischen Hintergrund schlossen die Ermittler zunächst aus. "Es gibt überhaupt keine Hinweise darauf", sagte Stahlmann-Liebelt. Die Hintergründe zum genauen Tatablauf sind nach wie vor unklar.

Direkte Augenzeugen gibt es vermutlich nicht. Die Polizei sucht dennoch Mitreisende des IC 2406 von Köln nach Flensburg, die noch nicht registriert wurden und Hinweise zum Verhalten des Angreifers und zum Tatablauf machen können.

Nach ersten Erkenntnissen kam es am Mittwochabend gegen 19.00 Uhr in dem Zugabteil bei der Anfahrt auf den Bahnhof Flensburg zu der Auseinandersetzung. Der Zug befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg. Dabei soll der 24-Jährige mit einem Messer auf die Polizeibeamtin und den 35-Jährigen eingestochen haben. Die Polizistin, die nicht dienstlich, aber in Uniform im Zug war, soll mit ihrer Dienstwaffe auf den Angreifer geschossen haben.

Flensburger Bahnhof nach Messerangriff geräumt

Der Bahnhof wurde vorübergehend geräumt, war am Mittwochabend aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren vorübergehend gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Am Donnerstagmorgen war im Bahnhof wieder Normalität eingekehrt.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach den Verletzten sein Mitgefühl und Genesungswünsche aus. "Ich bin erleichtert, dass durch das beherzte Eingreifen der Bremer Beamtin mutmaßlich Schlimmeres verhindert werden konnte. Ihr danke ich ganz besonders für ihren Mut", sagte Günther am Donnerstag. Er hoffe, dass die Ärzte ihre Gesundheit voll wieder herstellen können und sie die Geschehnisse gut verarbeiten könne.

Nach Ansicht Günthers zeigten die Ereignisse einmal mehr, wie wichtig die Präsenz von Polizeibeamten in Uniform auch im Rahmen privater Fahrten im öffentlichen Raum ist. "Das sorgt für mehr Sicherheit für uns alle."

Vorfall in Intercity-Zug: Flensburg: Polizistin erschießt Messerangreifer
wue / DPA