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Er hatte seinen Chef enthauptet: Attentäter von Lyon erhängt sich im Gefängnis

Im Juni erwürgte Yassin Salhi seinen Chef, köpfte ihn und spießte den Kopf an einem Zaun auf. Sechs Monate nach seiner Tat beging der mutmaßliche Terrorist von Lyon nun im Gefängnis Suizid.

Der mutmaßliche Attentäter von Lyon, Yassin Salhi, versteckte sein Gesicht bei der Verhaftung unter einem weißen Tuch

Der mutmaßliche Attentäter von Lyon, Yassin Salhi, versteckte sein Gesicht bei der Verhaftung unter einem weißen Tuch

Sechs Monate nach einem Anschlag in der Nähe von Lyon, bei dem er seinen Chef enthauptete und in einem Hangar voller Gasflaschen eine Explosion verursachte, hat der mutmaßlich islamistisch motivierte Attentäter im Gefängnis Suizid begangen. Der 35-jährige Yassin Salhi habe sich am Dienstagabend im Gefängnis Fleury-Mérogis bei Paris mit einem Stromkabel erhängt, hieß es am Mittwoch von Seiten der französischen Justizvollzugsbehörden. Aus der Sicht der Ermittler stand fest, dass Salhis Taten islamistisch motiviert waren, er selbst bestritt dies aber.

Für die Justizvollzugsbeamten gab es keine Hinweise, dass Salhi seinem Leben ein Ende setzen wollte. Der 35-Jährige war geständig, seinen Chef am 26. Juni umgebracht zu haben. Er begründete dies mit beruflichen Meinungsverschiedenheiten. Die Inszenierung der damaligen Tat war jedoch für die Ermittler eindeutig islamistisch angelegt, weshalb Salhi auch wegen Terrorismus angeklagt wurde. Salhi hatte den Chef zunächst erwürgt und dann enthauptet. Den abgetrennten Kopf fanden Polizisten am Zaun einer Industrieanlage befestigt, daneben zwei Flaggen mit aufgedrucktem muslimischem Glaubensbekenntnis.

Selfie mit abgetrenntem Kopf

Der Anschlag Salhis entspreche den "Anweisungen" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), befand der Pariser Staatsanwalt François Molins. Salhi habe versucht, mit seiner Tat "maximale öffentliche Aufmerksamkeit" zu wecken. Der Attentäter verschickte ein Selfie mit dem abgetrennten Kopf seines Chefs an einen Freund, der nach Syrien in den Kampf gezogen war. Als er nach der Explosion in dem Hangar von Feuerwehrleuten gestellt wurde, rief er "Allah Akbar" ("Gott ist groß").

Frankreich wurde in diesem Jahr wiederholt zum Ziel islamistischer Attentate. Im Januar töteten drei Islamisten bei Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo", auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt im Großraum Paris insgesamt 17 Menschen. Bei koordinierten Anschlägen in Paris wurden am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt.

ivi / AFP
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