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Lebensgefährte hatte Kontaktverbot: Kind für Sex verkauft: Amt holte Jungen bereits im März aus Familie - Gericht schickte ihn zurück

Eine Mutter ließ ihren neunjährigen Sohn offenbar jahrelang gegen Geld vergewaltigen. Mit ihrem wegen Missbrauchs vorbestraften Lebensgefährten soll sie das Kind im Netz angeboten haben. Nun rücken die Behörden in den Fokus.

Der Junge aus Freiburg soll seit 2015 von seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Netz zum Sex angeboten worden sein

Der Junge aus Freiburg soll seit 2015 von seiner Mutter und deren Lebensgefährten im Netz zum Sex angeboten worden sein

Der Fall schockiert selbst erfahrene Ermittler. Das Landeskriminalamt spricht von dem schwerwiegendsten Fall sexuellen Missbrauchs eines Kindes, den die Behörde je bearbeitet habe. Eine 47-Jährige und ihr 39-jähriger Lebensgefährte sollen den Sohn der Frau im Internet für Vergewaltigungen an Männer verkauft haben. Jeweils mehrere tausend Euro soll das arbeitslose Paar Medienberichten zufolge für einen Tag oder ein Wochenende mit dem Neunjährigen genommen haben. Mindestens seit 2015 sei das so gegangen, ehe die Polizei den Jungen im September nach einem anonymen Hinweis aus seinem Martyrium holte.

Neue Details zu dem Fall werfen nun ein Licht auf die zuständigen Behörden. So hatte das Jugendamt die Familie seit längerer Zeit im Blick. Bereits im März 2017 sei der Schüler sogar zeitweise aus der Familie geholt worden, weil die Polizei Hinweise auf eine sexuelle Gefährdung des Kindes bekommen hatte. Doch das Familiengericht schickte ihn nach Darstellung des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald wieder nach Hause. Das von der Behörde eingeschaltete Oberlandesgericht habe diese Entscheidung bestätigt, wie die DPA berichtet.

Lebensgefährte der Mutter hatte Kontaktverbot 

Zudem hätte der Lebensgefährte der Mutter Berichten zufolge überhaupt keinen Kontakt mit Kindern haben dürfen. Gegen den einschlägig wegen Missbrauchs von Minderjährigen vorbestraften 39-Jährigen habe ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen bestanden, berichtete die "Badische Zeitung". Auch die "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" berichteten unter Berufung auf Oberstaatsanwalt Michael Mächtel, dass der Mann trotz des Verbots mit der Mutter des Neunjährigen zusammengezogen war.

Nach dem Einzug bei der Familie hatte das zuständige Amtsgericht den Berichten zufolge den 39-Jährigen im Juni 2017 zu einer viermonatigen Haftstrafe wegen Verstoßes gegen Führungsauflagen verurteilt. Das Urteil wurde allerdings nicht rechtskräftig, weil der Mann dagegen vorging. Die Auflagen bestanden, weil ihn das Landgericht Freiburg den Berichten zufolge bereits 2010 zu einer Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen Missbrauchs verurteilt hatte.

Auch Freund der Mutter verging sich am Kind

Im September kam der Junge dann in staatliche Obhut, nachdem ein wohl von dem 39-Jährigen maßgeblich organisierter Pädophilenring zerschlagen worden war. In Untersuchungshaft sitzen die Mutter sowie sieben Männer, unter ihnen ein 49 Jahre alter Soldat, ein 37 Jahre alter Schweizer Staatsbürger und ein 32-jähriger Spanier.

Der Hauptverdächtige soll sich teils gemeinsam mit anderen mutmaßlichen Tätern an dem Kind vergangen haben, hatten Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mitgeteilt. Die Ermittler haben nach eigener Darstellung eine Vielzahl an Beweisen gesichert, darunter auch Filmmaterial.

Der Grund für die Befreiung des Jungen war ein anonymer Hinweis am 10. September an das Landeskriminalamt in Stuttgart und an die Zentralstelle für Internetermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Sie nahmen dann Ermittlungen wegen des Verdachts des anhaltenden schweren sexuellen Missbrauchs des Jungen auf.

Jugendamt betreute den Jungen bereits länger

Der Junge war nach Angaben des Landratsamtes bereits im Kindergartenalter vom Jugendamt betreut worden. "Dabei ging es um Hilfen zur Förderung der persönlichen Entwicklung des Kindes", sagte ein Sprecher am Freitag. Die Mutter ist den Ermittlern zufolge strafrechtlich bislang nicht aufgefallen.

Das Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald stand in den vergangenen Jahren bereits in der Kritik. Im Januar 2015 war der drei Jahre alte Alessio in Lenzkirch im Schwarzwald von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt worden. Die Behörde soll Warnungen ignoriert und Alessio nicht ausreichend geschützt haben. Der zuständige Sachbearbeiter im Jugendamt musste eine Geldstrafe zahlen.

Die Ermittler hatten den Missbrauchsfall des Neunjährigen am Donnerstag öffentlich gemacht. Sie prüfen auch mögliche Verbindungen zu anderen Taten.

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fin mit Agentur / DPA