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Jens Söring: Verurteilt, aber frei: Wegen Doppelmords saß er in Haft, nun kehrt er nach Deutschland zurück

Jens Söring hat mehr als die Hälfte seines bisherigen Lebens in einem US-Gefängnis verbracht, verurteilt wegen Doppelmords – zu Unrecht, wie er beteuert. Im Laufe der Jahrzehnte beantragte er mehrfach erfolglos seine Entlassung auf Bewährung. Nun kehrt er doch nach Deutschland zurück.

Jens Söring

Jens Söring saß fast 30 Jahre im Gefängnis. Heute kehrt er zurück nach Deutschland.

DPA

Amanda Knox saß vier Jahre in einem italienischen Gefängnis, bevor sie vom Vorwurf des Mordes an einer britischen Austauschstudentin freigesprochen wurde. Ihr Fall ging Ende der Nullerjahre um die Welt. Knox weiß, wie es sich anfühlt, wenn dir auch medial der Prozess gemacht wird. Sie sagte über Jens Söring: "In vielerlei Hinsicht ist er die Version von mir, die nie befreit wurde."

Nun ist Söring doch ein freier Mann. "In diesem Moment ist Jens in der Luft. Genauso frei wie die 300 Passagiere um ihn herum, die aus dem Urlaub kommen oder ihre Familien besucht haben", hieß es auf einem Twitter-Account, der von Mitgliedern des Unterstützerkreises des 53-Jährigen betrieben wird. Zuletzt sah er seine Heimat, als die Mauer stand und als Telefone noch fest an Schnüren hingen. Ist Söring unschuldig, wie Knox suggeriert? Ja, sagen seine Unterstützer, die stets dafür kämpften, dass er frei zurückkehren kann. Nein, sagen andere, Sörings Unschuld sei ein "Mythos". Sörings Fall polarisiert bis heute, und dass er ausreisen darf, ist nur die jüngste Wende in einem mysteriösen Geflecht aus einer falschen Aussage, der Liebe, zwei blutüberströmten Leichen und eben den Fragen nach Schuld und Unschuld.

Jens Söring

Jens Söring saß fast 30 Jahre im Gefängnis. Heute kehrt er zurück nach Deutschland.

DPA

Jens Söring: Sein Fall blieb immer mysteriös

33 Jahre saß er im Gefängnis. Als Stipendiat an der Universität von Virginia soll Söring die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom in deren Haus in Lynchburg mit zahlreichen Messerstichen ermordet haben. 1985 ist das. Am Tatort finden die Ermittler blutüberströmte Leichen. Es sei gewesen, als ginge man in ein "Schlachthaus", erinnert sich ein Polizist später. Zum Zeitpunkt des Mordes ist Söring 19 Jahre alt. Das Paar nimmt an der Beerdigung der Haysoms teil. Als Elizabeth und Jens unter Verdacht geraten, fliehen sie.

Erst ein Jahr später fliegen die beiden in London wegen Scheckbetrugs auf. Sie werden verhaftet und es entbrennt ein Rechtsstreit, der auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigt, bevor Söring schließlich an die USA ausgeliefert und dort verurteilt wird: zweimal lebenslange Haft wegen zweifachen Mordes.

Söring hatte die Tat zwischenzeitlich gestanden – laut eigener Aussage aber nur, um Haysom vor der Todesstrafe zu bewahren. Er war fälschlicherweise davon ausgegangen, diplomatische Immunität zu genießen: "Ich dachte, ich sei ein Held", sagte er. Die psychisch kranke und drogenabhängige Elizabeth habe er demnach nur schützen wollen.

Haysom selbst hatte sich nach der Festnahme von Söring getrennt und erklärt, er habe ihre Eltern getötet. Die gebürtige Kanadierin sagte gegen ihn aus und bekannte sich lediglich der Beihilfe zum Mord schuldig. Sie wurde daraufhin zu 90 Jahren Haft verurteilt.

Seitdem beteuert Söring seine Unschuld. Zu den Eltern habe er kein Verhältnis gehabt, und Haysom habe ihm gegenüber zudem eingeräumt, die Tat begangen zu haben. Im Laufe der Jahrzehnte hat der als hochintelligent geltende Söring mehrfach eine Haftentlassung auf Bewährung beantragt, sogar Angela Merkel bat er 2013 in einem auf seiner Homepage veröffentlichten Brief um Hilfe: Sie solle den Fall doch bei einem Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama zur Sprache bringen.

Keine Gnade für "fürchterliche Verbrechen"

Aber über die Jahrzehnte blieben Sörings Ersuche erfolglos, und es ist nicht davon auszugehen, dass er zuletzt noch ernsthaft an ein Leben in Freiheit geglaubt hat. Die lebenslängliche Haftstrafe sei in den USA eine Todesstrafe auf Raten, schrieb Söring in jenem Brief von 2013: "In den Vereinigten Staaten brüstet man sich mittlerweile damit, dass diese Strafe viel grausamer ist als die schnelle, schmerzlose Giftspritze." Sei sie auch, so Söring weiter.

Nun ist Söring frei, aber das ändert nichts an dem Urteil. Die Gnadenkommission im US-Bundesstaat Virginia machte in ihrer Entscheidung klar, dass es immer noch keine Grundlage für Sörings Behauptung gebe, unschuldig zu sein. Nach der langen Haftzeit, die sie für ihre "fürchterlichen Verbrechen" gebüßt haben, stellten Söring und die ebenfalls freigelassene Haysom aber keine Gefahr mehr für die öffentliche Sicherheit dar. Eine Begnadigung wurde vom Gouverneur von Virginia jedoch abgelehnt. Wenn Söring aus den USA ausreist, wird er nicht wieder einreisen dürfen.

Peter Beyer, CDU-Regierungsbeauftragter für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, hat Söring zweimal im Gefängnis getroffen. Für ihn ist die Schuldfrage bis heute nicht abschließend geklärt: Die Verurteilung sei rechtskräftig, aber am Tatort gefundene DNA-Spuren würden nicht zu Söring passen, so Beyer im Interview mit dem Deutschlandfunk.

"Bei der Beweislage wäre Söring zweifelsohne auch in Deutschland für schuldig befunden worden", schrieb zuletzt der ehemalige US-amerikanische Strafverteidiger Andrew Hammel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Hammel stört sich am Mythos von Sörings Unschuld". Dieser sei in deutschen Medien besonders populär.

Sicherlich ungewöhnlich, aber wahrscheinlich nicht zu einem geringen Anteil auf die zahlreichen Filme und Bücher zum Fall zurückzuführen, sind die zahlreichen Unterstützer, die Söring in Deutschland hat und die in seinem Namen jenen Twitter-Account pflegen, auf dem auch die Nachricht verbreitet wurde, dass sich Söring an Bord einer United-Airlines-Maschine befindet.

"Für diesen Tag hast du unermüdlich gekämpft"

Via Twitter wünschen sie ihm eine gute Heimreise: "Für diesen Tag hast Du unermüdlich gekämpft, und nun bist Du endlich frei", heißt es in einem aktuellen Tweet. "Deine Freunde erwarten Dich sehnsüchtig und werden Dich in Deutschland mit offenen Armen empfangen." Söring selbst hatte daran vor wenigen Tagen noch Zweifel, so zitierten ihn zumindest seine Unterstützer: "So richtig glaube ich es erst, wenn ich im Flugzeug sitze und der Sprit nicht mehr reicht, um umzukehren."

So wird es kommen. Über 30 Jahre sind seit dem Urteil vergangen, und trotz aller Öffentlichkeit ist die Antwort auf die Frage nach Jens Sörings Schuld weiter unklar, daran wird sich wahrscheinlich für den Rest seines Lebens auch nichts ändern. Doch ab heute gibt es einen entscheidenden Unterschied: Jens Söring ist ein freier Mann.

Quellen: DPA; Deutschlandfunk; Dokumentarfilm "Das Versprechen"; "Frankfurter Allgemeine Zeitung"; Twitter; jenssoering.de

mit DPA
18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus