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Londoner Nanny-Mord: Paar folterte Au-pair zu Tode - sie glaubten, das Mädchen wäre verhext

Das Paar Sabrina Kouider und Ouissem Medouni wurden von Wahnideen über einen Satanszirkel beherrscht. Deswegen folterten sie ihr Au-pair Sophie Lionnet zu Tode und hatten Sex neben der Leiche. Nun wurden sie verurteilt.


Am Haus ihres Todes wurden Blumen für Sophie Lionnet  abgelegt.

Am Haus ihres Todes wurden Blumen für Sophie Lionnet  abgelegt.

Sabrina Kouider und Ouissem Medouni holten sich ein junges Au-pair ins Haus. Mit Absicht suchten sie sich ein scheues und verletzliches Mädchen aus Frankreich aus. Ihr Vater sagte später, er habe seien Tochter ermutigt, in die Großstadt zu gehen und ihren Träumen zu folgen. 

Der Prozess hielt London in Atem, weil das Gericht alle Einzelheiten des Martyriums der jungen Frau erfuhr. Modedesignerin Kouider sagte, dass ihr Freund, Medouni, das Kindermädchen Sophie Lionnet in der Badewanne zu Tode gefoltert hat. Danach habe er verlangt, dass sie mit ihm Sex haben soll - direkt neben dem toten Mädchen in der Badewanne. Die Wannen-Folter kam offenbar häufiger vor. "Er drückte ihren Kopf dann unter Wasser und manchmal schüttete er noch Wasser auf das Handtuch, das er in ihren Mund gesteckt hatte. Das war ganz irrsinnig ", sagte sie.

Langsame Tod der jungen Frau 

In den Tagen vor dem wurde das 21-jährige Au-pair so schwer mit einem Stromkabel geschlagen, dass später fünf gebrochene Rippen und ein zerschmetterter Brustknochen nachgewiesen wurden. Das Paar hatte das Mädchen immer wieder stundenlangen Folterverhören unterzogen. Dabei spielten nicht nur sexuell-sadistische Motive eine Rolle. Das Paar glaubte, die junge Frau sei Teil eines satanischen Zirkels.

Hintergrund ist eine Besessenheit des Paares mit dem Ex-Freund der Designerin Sabrina Kouider, Mark Walton. Der war früher Sänger der berühmten Band Boyzone. In der Wahnwelt von Kouider verwandelte sich der Sänger in einen teuflischen Bösewicht, der das junge Kindermädchen auf magische Weise kontrolliert habe. Nachdem sich der Sänger von ihr getrennt hatte, zeigte ihn Kouider mehr als 30 Mal bei der Polizei an. Er bekam weitere Schwierigkeiten, weil sie ihn mit einem gefälschten Facebook-Profil als Pädophilen brandmarkte.

Tod nach dem "Geständnis"

Später war sie überzeugt, dass der Ex die Nanny mit dem Versprechen auf Sex-Orgien mit Hollywoodstars verführt hatte. Irgendwie gelang es ihr, ihren Partner Medouni in diese Wahnwelt zu integrieren. Um den Irrsinn zu beweisen, verhörte das Paar das Kindermädchen. Diese Folterszenen nahmen sie zudem auf. In einem gefilmten "Geständnis" musste die halb verhungerte Frau dann solche Dinge sagen: Sie habe Medouni betäubt, damit der Ex, Walton, ihn homosexuell vergewaltigen könne. Wenige Stunden nach dem Geständnis später war sie tot. 

Die Tonprotokolle des langsamen Sterbens der jungen Frau sind an sich kaum zu ertragen, in Großbritannien erinnerten sie die Öffentlichkeit an die Untaten des "Moor-Mörders" Ian Brady. Gemeinsam mit seiner Geliebten Myra Hindley ermordete Brady und weidete sich später an den Tonaufnahmen von deren Sterben. Bis zu ihrem Tod gehörten beide zu den meist gehassten Personen im Königreich.

Mitgenommene Polizisten

Die Polizistin Domenica Catino von Scotland Yard sagte vor Gericht: "Ich kann mir nicht vorstellen, welche Gedanken Sophie durch den Kopf gingen, als sie in den Tagen vor ihrem Tod gefangen gehalten wurde. Die Bilder zeigten ein verängstigtes, gebrochenes und abgemagertes junges Mädchen, sie wusste wahrscheinlich, dass sie kurz vor dem Tod stand. Die Bilder und die Aufnahmen werden mich für den Rest meines Lebens verfolgen." 

Nachdem das Paar das Mädchen getötet hatte, mussten sie die Leiche loswerden. Sie schleppten die Tote in den Garten und verbrannten sie auf einer Art von Lagerfeuer. Am gleichen Platz, an dem sie sonst grillten.

Ahnungslose Feuerwehrmänner

Der stechende Geruch und der Qualm mitten in London alarmierten die Nachbarn. Die ahnten nichts von einem Mord, fürchtete aber ein Feuer auf dem Nachbargrundstück. Als die Feuerwehrleute eintrafen, wollte sich das Mörderpaar rausreden. Sie sagte den Beamten, dass sie nur versucht hätten, ein Lamm zu grillen, das aus Versehen ins Feuer gefallen war. 

Sabrina Kouider und Ouissem Medouni wurden wegen Mordes verurteilt. Im britischen Rechtssystem wird das Strafmaß gesondert festgelegt.

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