VG-Wort Pixel

Wohltätigkeitsschwindel Mit einem gefakten Hirntumor erschwindelte Meghan Bhari Millionen – dann starb sie wirklich

Louis Tomlinson von One Direction unterstützte Meghan Bhari (li) unermüdlich
Louis Tomlinson von One Direction unterstützte Meghan Bhari (li) unermüdlich
© Believe in Magic / PR
Die 17-jährige Meghan Bhari war kerngesund, aber erschwindelte Millionen mit einem erfundenen Krebstumor. Mit 23 starb sie wirklich – allerdings nicht an Krebs.

Die 17-jährige Meghan Bhari täuschte eine Krebserkrankung vor - Popstars und der damalige britische Premierminister David Cameron unterstützten ihre Stiftung großzügig. Mit dem Geld leistete sich Bhari Flüge mit Privatjets und Urlaube auf Luxuslinern. Anstatt des Krankenhauses zog sie ein Disney-Resort vor, als sie sich in Amerika "in Behandlung" befand. Nun ergab eine Untersuchung, dass etwa 400.000 Pfund ihrer Stiftung spurlos verschwunden bleiben.

Andere Eltern wurden misstrauisch

Im Jahr 2012 rührte Meghan Bhari die Herzen der britischen Nation und vor allem die der Mitglieder der Boyband One Direction. Mit ihrer Hilfsorganisation "Believe in Magic" wollte sie "anderen" unheilbar kranken Kindern helfen. One Direction und deren Fans sammelten Millionen von Pfund, um ihr zu helfen. Immer wieder bat sie um Geld, damit sie zur Behandlung nach Amerika reisen konnte. Die Mutter des Bandmitglieds Harry Styles bestieg 2012 sogar den Kilimandscharo, um Geld zu sammeln. 2015 sammelten One Direction auf einen Schlag 120.000 Pfund ein, damit Bhari eine Radontherapie in Amerika bezahlen konnte. Sie hatte der Band gesagt, dass sich ein zweiter schrecklicher Tumor mit Tentakeln in ihrem Kopf gebildet habe.

Tatsächlich waren ihre Ärzte schon damals besorgt, dass die junge Frau immer wieder im Krankenhaus war, ohne dass die Untersuchungen einen Befund ergeben hätten. Außer, dass sie starke Opiate zu sich nahm. Immer mehr Popstars unterstützten die Aktion, doch die Eltern wirklich kranker Kinder wurden skeptisch. "Ich sprach mit anderen mir nahe stehenden Eltern, die das gleiche empfanden", sagte Joanne Ashcroft, die Meghan Bhari kannte. "Unsere eigenen Kinder hatten die schrecklichste Krankheit und die schrecklichsten Behandlungen durchgemacht, die man sich vorstellen kann, es war einfach etwas in ihren Worten, das nicht wahr klang."

Tod durch Herzversagen

Dann wurde die angeblich todkranke Megan Bhari auf einem Kreuzfahrtschiff gesichtet. Ein Privatdetektiv beschattete sie, als sie mit der "Queen Mary 2" von ihrer angeblichen Behandlung zurückkam. Die Wohltätigkeitsorganisation, die von ihrer Mutter und anderen Verwandten geleitet wurde, hatte zuvor geschrieben, es gehe Meghan sehr schlecht und "ihr Körper hat mehr durchgemacht, als irgendeiner jemals durchmachen sollte". Auf der Heimreise soll sich ihr Zustand "noch weiter verschlechtert" haben, sodass man nach der Ankunft in ein Hospiz bringen musste, wurde auf Facebook gepostet. Auf den Fotos des Detektivs sah Meghan Bhari dagegen kerngesund aus, als sie mit ihrem Trolley an Land kam.

Danach wurden die Konten eingefroren und eine Untersuchung eingeleitet. Das Ergebnis wurde nun bekannt. Etwa 400.000 Pfund sind spurlos verschwunden. "Believe in Magic" wurde vor wenigen Tagen geschlossen. Meghan Bhari hat das Ende ihrer Stiftung nicht erlebt, sie starb bereits 2018 im Alter von nur 23 Jahren. Der Gerichtsmediziner stellte Tod durch Herzversagen im Zusammenhang mit ihrer Leber fest. Einen Tumor fand er nicht.

Quelle: The Sunday Times

kra

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker