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Großeinsatz: München: Wagen fährt in Personengruppe – Polizei geht von Tat im Rocker-Milieu aus

Großeinsatz für die Polizei in München: Dort ist am Nachmittag ein Wagen in eine Menschengruppe gefahren – offenbar mit Absicht. Die Täter sind auf der Flucht. Laut Polizei gibt es einen Bezug zum Rocker-Milieu.

München: Auto fährt in München in Menschengruppe – Rockerfehde?

In München ist nach Polizeiangaben am späten Mittwochnachmittag ein dunkler Kleintransporter in eine Personengruppe gefahren. Nach ersten Erkenntnissen sind die Insassen des Fahrzeugs anschließend ausgestiegen, schlugen auf die Personen ein und ergriffen anschließend mit dem Kleintransporter und zwei weiteren Fahrzeugen die Flucht.

Die Polizei fahndete auch am Abend weiterhin mit einem Großaufgebot nach den mutmaßlichen Tätern. Der Vorfall ereignete sich im Bereich Ungerererstraße/Domagkstraße im Stadtteil Schwabing-Freimann. Mehrere Zeugen alarmierten die Polizei über den Notruf und stellten sich den Ermittlern zur Verfügung. Ein Hubschrauber kreiste über dem Stadtteil Schwabing. "Die Fahndung läuft auf Hochtouren", sagte ein Polizeisprecher.

München: Drei Männer verletzt

Es hätten mindestens drei Personen Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher der Polizei dem stern. "Davon ist eine Person mit einem Stichwerkzeug verletzt worden", wie Zeugen angaben. Eine zweite sei durch die Attacke mit dem Auto verletzt worden, die Ursache bei der dritten sei noch unklar. Die Verletzungen sind laut einer Mitteilung der Polizei nicht lebensbedrohend. Demnach handelt es sich bei den Verletzten um drei Männer; einen 42- und einen 56-Jährigen aus München sowie einen 45-Jährigen aus dem Landkreis München.

Die Umgebung des Tatorts war stundenlang weiträumig abgesperrt. Gefahr für die Allgemeinheit bestand nach Einschätzung der Ermittler nicht. "Es deutet einiges daraufhin, dass die Personen sich gekannt haben", sagte ein Sprecher nach dem Vorfall der Nachrichtenagentur DPA. Diese Einschätzung hat sich laut der Polizei-Mitteilung vom Abend bestätigt.

Neben einem VW-Bus der Polizei steht ein Polizist mit Maschinenpistole und Sturmhaube

In München ist die Polizei im Großeinsatz, nachdem ein Auto wohl absichtlich in eine Menschengruppe gesteuert wurde

Minister Herrmann: "Bandenkrieg auf offener Straße unerträglich"

Die Umstände der legten "einen Zusammenhang mit dem Rocker-Milieu" nahe, hieß es. Deutlichere Worte wählte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei Meiden-Statements. "Offensichtlich haben wir es mit einer äußerst brutalen Auseinandersetzung polizeibekannter Rockergruppen zu tun", sagte der CSU-Politiker. Und weiter: "Es ist unerträglich, dass solche Bandenkriege auf offener Straße in München ausgetragen werden."

Laut einem "Bild"-Bericht sollen in dem Auto Mitglieder der "Hells Angels" gesessen und es auf einen Ex-Rocker der "Black Jackets" abgesehen haben. Das jetzige Hauptopfer habe laut der Zeitung vor mehreren Monaten mit zwei Komplizen einen "Hells Angel" mit einem Schlagring in einem McDonald's-Restaurant angegriffen. Diese Einzelheiten wurden bisher nicht bestätigt.

Wegen des Einsatzes gab es im Bereich Schwabing-Freimann Verkehrsbehinderungen, mehrere Buslinien waren nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft beeinträchtigt.

Quellen: Polizei München, Münchner Verkehrsgesellschaft, Nachrichtenagentur DPA, Nachrichtenagentur AFP

wue / dho
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