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Schleswig-Holstein Wegen Straßensperre: Autofahrer fährt offenbar absichtlich Feuerwehrmann an

Ein Feuerwehrwagen (Archivbild)
Ein Feuerwehrwagen (Archivbild)
© Alexander Trocha/ / Picture Alliance
In Appen im Kreis Pinneberg musste wegen eines Feuerwehreinsatzes eine Straße stundenlang gesperrt werden. Dies sah ein Autofahrer anscheinend nicht ein – und fuhr gleich zwei Mal auf einen Feuerwehrmann zu.

Am Sonntag kam es wegen eines Feuerwehreinsatzes im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein zu einer mehrstündigen Straßensperre: Ein Autofahrer hatte in Pinneberg einen Unfall, bei dem beim Unfallfahrzeug Ölwanne und Kraftstofftank aufrissen. Doch anstatt am Unfallort zu warten, fuhr der Fahrer mit seinem Wagen weg, wodurch "die austretenden Betriebsstoffe" sich über mehrere Ortschaften verteilten, wie die Feuerwehr Pinneberg berichtet. Die Fahrt endete später in einem Graben.

Wegen der Ölspur zwischen Pinneberg und Wedel musste die Landesstraße 105 gesperrt und eine Fachfirma mit der Reinigung der Fahrbahn beauftragt werden. 76 ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr waren über Stunden im Einsatz.

Einem Autofahrer fehlte aber anscheinend die Geduld für die Straßensperre der Feuerwehr, wie die Feuerwehr Pinneberg weiter berichtet: "Ein uneinsichtiger Autofahrer hatte die Sperrung der Feuerwehr gleich zweifach missachtet und den zur Absperrung eingesetzten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Appen mit seinem Fahrzeug touchiert", heißt es in einer Pressemeldung.

Autofahrer touchiert Feuerwehrmann

Demnach habe der Autofahrer in die gesperrte Straße einfahren wollen. Der 36-jährige Feuerwehrmann habe dem Fahrer signalisiert, dass dies nicht möglich sei. Dennoch hielt der Autofahrer auf den Feuerwehrmann zu und fuhr so dicht heran, dass der Wagen das Knie des Feuerwehrmannes berührte.

Der Feuerwehrmann erklärte dem Autofahrer die Situation und kehrte zurück zu seinem Posten an einer Kreuzung. Als er sich kurz danach umdrehte, fuhr das Auto wieder in Richtung Kreuzung – zwar langsam, aber dennoch so schnell, dass der 36-jährige Feuerwehrmann sich durch einen Sprung auf die Motorhaube retten musste. Er konnte allerdings im Dienst bleiben und wollte später einen Arzt aufsuchen. Der betroffene Feuerwehrmann stellte Strafantrag und die Polizei nahm den Vorfall als "Unfall mit Personenschaden" auf.

Schleswig-Holstein: Wegen Straßensperre: Autofahrer fährt offenbar absichtlich Feuerwehrmann an

Kreiswehrführer: Vorfall "beschämend"

Kreiswehrführer Frank Homrich reagierte mit Bestürzung auf den Vorfall: "Ich finde es beschämend, dass ein Autofahrer, für dessen Sicherheit wir im Einsatz sind, es billigend in Kauf nimmt, Einsatzkräfte zu verletzen", sagte er. Man habe sich zwar fast daran gewöhnt, dass man an Absperrungen diskutieren müsse. Auch Beleidigungen kämen vor, allerdings handele es sich bei dem Vorfall vom Sonntag um eine andere Qualität. "Das ist Gewalt gegen  Einsatzkräfte", so Homrich. Er betonte, dass alle Feuerwehrmänner und -frauen im Kreis Pinneberg Ehrenamtliche sind.

Quellen: Feuerwehr Pinneberg (1), Feuerwehr Pinneberg (2)

rw

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