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Der Fall Lisa Montgomery Erste Hinrichtung einer Frau seit mehr als 20 Jahren: Sie tötete eine Schwangere und stahl das Baby

Lisa Montgomery in einem Polizeifoto
Montgomery nach ihrer Festnahme im Jahr 2004
© AP Photo/Wyandotte County Sheriff's Department / Picture Alliance
2004 hat die US-Amerikanerin Lisa Montgomery eine Schwangere ermordet und ihr das ungeborene Baby aus dem Bauch geschnitten. Kurze Zeit später gestand sie die Tat und wird zum Tode verurteilt. Dieses Jahr soll sie hingerichtet werden.

Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren hat ein US-Bundesgericht den Termin für die Hinrichtung einer Frau angekündigt. Lisa Montgomery, die verurteilte Mörderin, hatte 2004 eine schwangere Frau getötet und ihr das ungeborene Baby aus dem Bauch geschnitten. Montgomery soll am 8. Dezember 2020 im Bundesstaat Indiana durch eine Giftspritze hingerichtet werden, berichtet unter anderem "The Guardian". 

Montgomery wollte das Baby als ihr eigenes ausgeben

Montgomery fuhr 2004 von ihrer Heimat Kansas zu ihrem Opfer,  Bobbie Jo Stinnett, im Bundesstaat Missouri. Sie gab sich als potenzielle Käuferin von Stinnetts Hundewelpen aus, überwältigte die Schwangere und würgte sie, bis Stinnett ohnmächtig wurde. Mit einem Küchenmesser schnitt Montgomery den Bauch der im achten Monat Schwangeren auf, um das ungeborene Baby herauszuholen. Wie "ABC News" berichtet, kam Stinnett dabei wieder zu Bewusstsein. Montgomery erwürgte sie daraufhin und floh mit dem Baby, um es als ihr eigenes auszugeben. Montgomery gestand später die Bluttat und wurde 2007 von einem Gericht in Missouri wegen Mordes zur Todesstrafe verurteilt. 

Schuldunfähigkeit und Gnadengesuche scheiterten

Montgomerys Anwälte argumentierten, sie habe als Kind Schläge auf den Kopf erlitten, die zu Gehirnschäden führten, und leide unter einer Psychose, berichtet "ABC News". Ein Gericht entschied jedoch, dass Montgomery schuldfähig sei. In den vergangenen Jahren stellte die Täterin mehrere Gnadengesuche, die allesamt abgelehnt wurden. Montgomery ist die erste Frau seit 67 Jahren, die in den USA hingerichtet wird.

Die letzte Hinrichtung einer Frau auf Bundesebene fand 1953 statt. Bonnie Heady wurde zum Tod in der Gaskammer verurteilt, nachdem sie den sechsjährigen Sohn eines Millionärs entführt hatte. Wie "ABC News" berichtet, hatte Heady den Jungen kurz nach der Entführung getötet, aber dennoch 600.000 Dollar von seinen Eltern erhalten, nachdem er ihnen versichert hatte, dass er am Leben sei und freigelassen werden würde.

Quellen: "The Guardian", "ABC News"

fis

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