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Neue Studie: Typisch Mann? Am Gehirn liegt's nicht

Eindeutig weiblich! Typisch Mann! Zumindest auf der Ebene des Gehirns scheinen solche Kategorisierungen wenig Sinn zu machen, besagt eine Studie. Rein weibliche oder rein männliche Gehirne gebe es kaum.

Wer hätte das gedacht: Die Gehirne von Männern und Frauen sind mehr oder weniger gleich

Wer hätte das gedacht: Die Gehirne von Männern und Frauen sind mehr oder weniger gleich

Die menschlichen Gehirne lassen sich nicht einfach nach "männlich" und "weiblich" einteilen. Obwohl Unterschiede im Gehirn von Männern und Frauen bestehen, besitzen die meisten Menschen ein Mosaik aus weiblichen und männlichen Kennzeichen, wie Forscher um Daphna Joel von der Universität Tel Aviv berichten. Ihre Untersuchung sei auch interessant im Hinblick auf anhaltende soziale Debatten, etwa zum Nutzen von geschlechtsgetrennter Erziehung.

Die Frage, ob Männer und Frauen auch abseits der offensichtlich unterschiedlichen Genitalien verschiedene Kategorien bilden, habe Denker seit jeher beschäftigt, schreibt das internationale Team in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("Pnas"). Festgestellte Unterschiede im Gehirn von Probanden würden oft als Hinweis gewertet, dass es tatsächlich ein männliches und ein weibliches Gehirn gibt. Dies sei aber bisher nicht gut genug untersucht gewesen. 

Die Forscher, darunter auch Daniel Margulies vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, werteten Kernspintomographie-Aufnahmen von 1400 Probanden aus. Sie untersuchten Unterschiede in der grauen und der weißen Substanz des Gehirns oder in der Stärke der Verknüpfungen zwischen verschiedenen Hirnbereichen. Zunächst suchten die Forscher nach den Bereichen, in denen Unterschiede zwischen Männern und Frauen am stärksten ausgeprägt waren, in denen es also zwischen Männern und Frauen am wenigsten Überschneidungen gab. Dann bewerteten sie einzelne Gehirne danach, inwieweit sie in den betreffenden Bereichen rein weibliche oder rein männliche Merkmale besitzen.

Typisch Mann? Am Gehirn liegt's nicht

Das Ergebnis: Es gibt Merkmale, die eher bei Männern zu finden sind, und solche, die eher bei Frauen zu finden sind. Einige kommen in beiden Geschlechtern vor. Die meisten Gehirne besitzen Merkmale aus allen Kategorien, Gehirne mit rein männlichen und rein weiblichen Kennzeichen sind deutlich in der Minderheit. Im Bezug auf die graue Substanz besaßen zum Beispiel nur sechs Prozent der betrachteten Probanden durchgängig weibliche oder durchgängig männliche Kennzeichen.

Diese Erkenntnis decke sich gut mit denen von Studien, in denen Verhaltens- oder Persönlichkeitsunterschiede zwischen Männern und Frauen untersucht worden waren. Auch in diesen Studien lasse sich die Mehrheit der Probanden nicht eindeutig aufgrund von bestimmten Merkmalen oder Vorlieben einem Geschlecht zuordnen.

Zu einem anderen Ergebnis kamen 2013 US-Forscher um Madhura Ingalhalikar von der University of Pennsylvania in Philadelphia. Sie hatten die Verdrahtung des Gehirns bei Männern und Frauen genauer untersucht und festgestellt, dass es durchaus deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. So besäßen Frauen in weiten Teilen des Gehirns besonders viele Kontakte zwischen den beiden Hirnhälften, während die Männer mehr Verknüpfungen innerhalb der Gehirnhälften hätten, berichteten sie damals, ebenfalls in "Pnas".

Diese anatomischen Unterschiede könnten die oft beschriebenen unterschiedlichen Eigenschaften von Männern und Frauen erklären, folgerten die Wissenschaftler. So könnten Männer dank ihrer Hirnarchitektur ihre Wahrnehmungen besser in koordinierte Handlungen umsetzen; Frauen hingegen besser analytische und intuitive Informationen miteinander verbinden.

Anja Garms/DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?