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In der Nähe von Prag: Explosion in Chemiefabrik tötet mindestens sechs Menschen

Ein Chemieunfall in der Industriestadt Kralup an der Moldau in Tschechien hat mindestens sechs Menschen das Leben gekostet. Es ist damit die schwerste Katastrophe der tschechischen Chemiebranche seit Jahrzehnten. 

Rettungskräfte vor dem Unfallort in Tschechien

Einsatzkräfte, die bei der Explosion in einem Chemiewerk in Tschechien Erstversorgung leisten.

Bei der Reinigung eines Tanks kam es im tschechischen Kralupy Nad Vltavou (Kralup an der Moldau) am Donnerstag zu einer verheerenden in einem Chemiewerk. Die Explosion kostete mindestens sechs Menschen das Leben. Zwei Arbeiter seien mit Verbrennungen am Körper in Spezialkliniken gebracht worden, teilte ein Sprecher der Rettungskräfte mit, die mit einem Großaufgebot vor Ort waren, darunter zwei Rettungshubschrauber.

In dem petrochemischen Betrieb rund 25 Kilometer nordwestlich von Prag werden Treibstoffe und Grundstoffe für die Kunststoffindustrie hergestellt.

Sicherheitsvorkehrungen seien nicht eingehalten worden

Mit sechs Toten ist es die schwerste Katastrophe in der tschechischen Chemieindustrie seit mehr als drei Jahrzehnten. Das Unglück habe sich auf dem Raffineriegelände der Firma Unipetrol ereignet, teilte das Unternehmen mit. Die Situation sei unter Kontrolle. Es bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit. Zu der Explosion kam es nach Angaben des Krisenstabs der Stadt bei der eines leeren Tanks für Treibstoffe. Wahrscheinlich seien nicht alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden. Ein Feuer brach demnach nicht aus.

Der Betrieb in der Fabrik war erst vor kurzem für Wartungs- und Modernisierungsmaßnahmen heruntergefahren worden. Ein Experte soll nun die genaue Unglücksursache feststellen. Dazu werden unter anderem Augenzeugen befragt. Mit dem Ergebnis wird erst in einigen Tagen oder Wochen gerechnet. "Die chemische Produktion ist an und für sich eine sehr sensible Angelegenheit", räumte Unipetrol-Sprecher Petr Kaidl im tschechischen Fernsehen CT ein.

Schlimmstes Chemieunglück in Tschechien seit 1974

Präsident Milos Zeman und Regierungschef Andrej Babis sprachen den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar eilte an den Unglücksort. In Kralupy nad Vltavou war es in einem benachbarten Werk bereits vor zweieinhalb Jahren zu einer Explosion gekommen, bei der zwei Arbeiter verletzt wurden. Bei einem der schlimmsten Chemieunglücke auf dem dem Gebiet des heutigen Tschechien waren 17 Menschen im Juli 1974 bei einer Explosion in einer Fabrik bei Most (Brüx) in Nordböhmen gestorben.

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fk / DPA