Im australischen Adelaide ist eine Mutter zu einer mehr als vierjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil sie vorgab, dass ihr sechsjähriger Sohn Krebs habe. Die Frau, 45 Jahre alt, nutzte das Mitleid ihrer Umwelt aus, um Geldspenden zu erhalten. Damit finanzierte sie den teuren und aufwendigen Lebensstil ihrer Familie.
Seine Ehefrau habe „ihn und das Leben seiner Kinder zerstört“, sagte der Ehemann vor Gericht aus. Und an sie gewandt: „Ich habe dir als Ehefrau vollends vertraut und ich habe nie an Dir gezweifelt. Ich habe alles für unsere Familie getan. Jetzt fühle ich mich wie ein Bauernopfer in einem Schachspiel.“
Gericht in Australien: Frau handelte „grausam“ und „manipulativ“
Der Anwalt der Verurteilten begründete die Taten seiner Mandantin damit, dass sie „naiverweise und völlig fehlgeleitet glaubte, ihre Familie brauchte die angesagtesten Marken, Kleidungsstücke, Handys und Computer, um ein erfülltes Leben zu haben“. Die Taten fielen in eine Zeit, als die Familie in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Der Richter nannte die Angeklagte und ihre Taten „grausam“, „kalkuliert“ und „manipulativ“.
Der Betrug begann, nachdem ihr Sohn sich bei einem Unfall eine Augen-Verletzung zugezogen und sie einen Arzt aufgesucht hatten. Danach erzählte die Mutter ihrer Familie, ihr Sohn sei an Augenkrebs erkrankt. Das ganze Umfeld sollte glauben, ihr Kind habe ein schweres Schicksal erlitten.
Um den Betrug glaubwürdig erscheinen zu lassen, rasierte sie dem Sechsjährigen Haare und Augenbrauen, bandagierte Kopf und Hände. Sie verabreichte ihm Medikamente, setzte ihn in einen Rollstuhl und beschränkte seine Freizeitaktivitäten, weil er angeblich eine Strahlentherapie erhielt.
Frau leidet an Borderline-Persönlichkeitsstörung
Der Staatsanwalt warf der Frau vor „ihren Sohn egoistisch als Mittel zum Zweck benutzt“ zu haben. Sie wollte „das Leben der Reichen und Berühmten“ führen.
Im Prozess stellte sich heraus, dass die 45-Jährige an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet. Sie räume ihr Fehlverhalten „von ganzem Herzen“ ein, ihr fehle aber „in mancher Hinsicht die Einsicht“, sagte ihr Anwalt.