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Video-Experiment: Geht ein Jude durch Berlin

In Paris wurde der israelische Journalist Zvika Klein wegen seiner Kippa beleidigt und bespuckt. Das "Vice"-Magazin hat den Test in Berlin gemacht.

Von einer versteckten Kamera gefilmt lief Amit Jacobi drei Stunden lang mit einer Kippa auf dem Kopf durch Berlin

Von einer versteckten Kamera gefilmt lief Amit Jacobi drei Stunden lang mit einer Kippa auf dem Kopf durch Berlin

Es begann mit dem Video von Shoshana Roberts, die für einen Selbstversuch zehn Stunden allein durch New York lief. Sie wurde angebaggert, was das Zeug hielt. Inspiriert von diesem Experiment, wagte der israelische Journalist Zvika Klein mit einer Kippa (die Kappe, die man auf dem Hinterkopf trägt) einen zehnstündigen Spaziergang durch Paris. Das Ergebnis war schockierend: Klein wurde beleidigt, bedroht und sogar angespuckt.

Das Magazin "Vice" wollte herausfinden, was in Berlin passieren würde und schickte den israelisch-deutschen Schauspieler Amit Jacobi ebenfalls mit Kippa und versteckter Kamera auf die Straße. Sein Weg führte den jungen Mann, der nach eigenen Angaben seit zwölf Jahren in Deutschland lebt, durch die Stadtteile Schöneweide, Neukölln, Kreuzberg, Alexanderplatz und Berlin-Mitte.

Die Reaktionen der Menschen? Gleich null! Ein paar komische Blicke - das war's. Jacobis Fazit nach dem Video-Dreh: "Es ist gut, dass es so gelaufen ist. Natürlich bedeutet das nicht, dass es in Deutschland keinen Antisemitismus gibt. Das zu behaupten wäre Schwachsinn. Aus meiner persönlichen Erfahrung von heute, scheint es trotzdem einfacher ein jüdischer Mann in Berlin zu sein, als eine Frau in New York."

jek
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