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Flugzeugabsturz in Ägypten: Verletzungen der Opfer deuten auf Explosion hin

Laut Medienberichten kommen erste forensische Untersuchungen zum Ergebnis, dass ein Großteil der Passagiere des abgestürzten Airbus 321 an den Folgen einer Explosion gestorben ist. Teilweise sind die Körper zu mehr als 90 Prozent verbrannt.

Von Ellen Ivits

Der Airbus A321 ist kurz nach dem Start vom Badeort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel in Ägypten abgestürzt

Der Airbus A321 ist kurz nach dem Start vom Badeort Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel in Ägypten abgestürzt. Alle 224 Insassen, zumeist russische Urlauber, starben

Wie das russische Nachrichtenportal "Lifenews" meldet, soll ein Großteil der Passagiere der abgestürzten russischen Passagiermaschine an Verletzungen gestorben sein, die auf eine Explosion zurückzuführen sind. "Lifenews" beruft sich dabei auf Ergebnisse erster forensischer Untersuchungen. Demnach weisen die Opfer, die hinten im Flugzeug saßen und die, die weiter vorne platziert waren, unterschiedliche Verletzungen auf. Passagiere aus dem hinteren Bereich des Flugzeugs sollen Explosions-Traumata erlitten haben. So wurden anscheinend starke Verbrennungen diagnostiziert, die mehr als 90 Prozent des Gewebes zerstört haben. 

Die Gewebeproben, die erhalten geblieben sind, werden derzeit auf Rückstände von Sprengstoff untersucht. Auffällig sei jedoch, dass in vielen Leichenteilen Metallstücke gefunden wurden, die von der Flugzeugkonstruktion stammen, heißt es im Bericht weiter. Explosions-Traumata werden diagnostiziert, wenn Folgen einer Druckwelle oder thermischer Einwirkung festgestellt oder Spuren von Sprengstoffen gefunden werden. Laut "Lifenews" könnte die Detonation sowohl von einer Bombe als auch von einer Treibstoff-Explosion verursacht worden sein.

Die Nachrichtenagentur "Sputnik" zitiert einen ägyptischen Forensiker, der ebenfalls Spuren einer Explosion festgestellt hat. "Viele Körperteile deuten darauf hin, dass an Bord der Maschine eine heftige Explosion stattgefunden hat, bevor sie auf dem Boden aufschlug", sagte er.

Hinweise auf eine starke Druckwelle

Bei Passagieren im vorderen Teil des Flugzeugs sollen der Darstellung von "Lifenews" zufolge Traumata im Brust-, Bauch- und Beckenbereich, multiple Frakturen der oberen und unteren Extremitäten und innere Verletzungen diagnostiziert worden sein.  Solche Verletzungen könnten etwa von einer starken Druckwelle erzeugt worden sein.

Insgesamt werden derzeit in Sankt Petersburg mehr als 200 Leichenteile untersucht, die ungefähr 150 Personen zugeordnet werden konnten.

Alle Passagiere sollen nach Angaben eines Mitglieds der Untersuchungskommission zu etwa dem gleichen Zeitpunkt ums Leben gekommen sein, berichtet "Lifenews". Dieser Zeitraum soll nicht größer sein als fünf bis sieben Minuten.