HOME

Air-France-Absturz: Piloten sollen offenbar Schuld sein

Schuld am Sturz von Todesflug AF 447 in den Atlantik vor zwei Jahren sollen die Piloten sein. Das legen Berichte aus Paris nahe. Aber die Hinterbliebenen der Opfer bleiben kritisch.

Der rätselhafte Absturz einer Air France-Maschine vor zwei Jahren über dem Atlantik ist nach einem französischen Medienbericht auf Pilotenfehler zurückzuführen. Wenige Stunden vor Veröffentlichung eines weiteren Zwischenberichts der Pariser Untersuchungsbehörde BEA berichtet die Zeitung "Le Figaro" am Freitag unter Berufung auf den Bericht, ein Crew-Mitglied habe durch sukzessive Fehlentscheidungen den Absturz eingeleitet. Fraglich bleibe jedoch, ob die Piloten jemals für Extremsituttionen wie bei dem Todesflug AF 447 über dem Atlantik geschult worden seien.

Die schleppende Veröffentlichung der Daten zum verunglückten Airbus-Flug AF 447 mit 228 Toten hat zu empörten Reaktionen der Opfer-Angehörigen geführt. Eine Erklärung der Opfervereinigung HIOP AF447 e.V warf Zweifel an den Zielen der französischen Behörde zur Aufklärung der Katastrophe auf. Sie fordert die sofortige Offenlegung aller aufgezeichneten Daten, damit die französische Justiz eine unabhängige Untersuchung einleiten könnten.

Wörtlich betonen die Verfasser der Erklärung: "Vielmehr wird die Öffentlichkeit in zunehmendem Umfang auf einen Pilotenfehler als ursächlich vorbereitet (...) Diese von der BEA verfolgte Theorie wird bereits bisher mit willkürlich ausgewählten Sprachaufzeichnungen unterlegt. Die Hinterbliebenen halten dieses Vorgehen für empörend." Der Vorsitzende der französischen Opfer-Vereinigung, Robert Soulas, äußerte sich am Freitag ähnlich. Im Rundfunksender "Europe 1" meinte er, wirtschaftliche Erwägungen überschatteten die Untersuchung.

Nach bisheriger BEA-Darstellung haben die Piloten das Flugzeug nach dem Ausfall der Geschwindigkeitsmesser in fataler Weise nach oben gezogen. Offiziell wollen sich die Ermittler am Nachmittag mit einer ersten Analyse des Unfallhergangs äußern. Sie stützen sich dabei auf Erkenntnisse aus der Auswertung der Flugdatenschreiber des Unglücksflugzeugs. Nach deren Bergung aus 4000 Metern Meerestiefe waren die letzten Minuten des Fluges rekonstruiert worden.

Demnach war der Airbus am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug Rio-Paris in rund vier Minuten aus 11 500 Metern Höhe ins Meer gestürzt. Alle 228 Menschen an Bord starben, darunter 28 Deutsche. Die BEA hat bisher die Umstände des Unfalls nachgezeichnet, sich aber mit einer Antwort zur Frage nach der Verantwortung für das Unglück zurückgehalten. Airbus und Air France wurden mehrfach der Mitschuld an dem Unglück verdächtigt. Gegen sie laufen Ermittlungen der französischen Justiz.

DPA / DPA