Anleitung aus dem Internet 14-Jähriger Gymnasiast erstickt bei sogenanntem Würgespiel


Ein 14-jähriger Gymnasiast aus dem Havelland ist einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" (Mittwoch) zufolge bei einem sogenannten Würgespiel ums Leben gekommen. Seine Mutter habe den Jungen am vergangenen Freitag leblos gefunden worden, schreibt die Zeitung.

Ein 14-jähriger Gymnasiast aus dem Havelland ist einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen" (Mittwoch) zufolge bei einem sogenannten Würgespiel ums Leben gekommen. Seine Mutter habe den Jungen am vergangenen Freitag leblos gefunden worden, schreibt die Zeitung. Er habe sich hingekniet, mit einem Strick kurzzeitig stranguliert und dabei offenbar das Bewusstsein verloren.

"Der Computer lief noch, die Anleitung für das Spielchen soll dort noch abrufbar gewesen sein, mit dem sich nach Aussagen französischer Experten in jüngster Zeit vor allem Jungen einen Rausch verschaffen wollen", schreibt die Zeitung. Der 14-Jährige sei jetzt beigesetzt worden. Die Polizei im Havelland bestätigte am Dienstag den Vorfall.

Ziel der Würge- oder Schalspiele ist es laut MAZ, so lange die Luft anzuhalten oder die Halsschlagader abzudrücken, bis das Bewusstsein schwindet. Das Gehirn erhält zu wenig Sauerstoff, was Jugendliche in einen rauschhaften Zustand versetzt. In den USA und Frankreich soll es schon zahlreiche Todesfälle gegeben haben.

In diesem Jahr seien allein in Frankreich 13 Kinder auf diese Weise ums Leben gekommen, hatte die Psychiaterin Marie-France Le Heuzey bei einer internationalen Tagung zu dem Thema am Donnerstag in Paris erklärt. Schon Sechsjährige seien davon fasziniert, sich durch den Mangel an Sauerstoff in einen rauschähnlichen Zustand zu versetzen, sagte sie der Zeitung "Le Figaro". Dabei käme es immer wieder zu Unfällen, die teils als Selbstmorde gedeutet werden.

Seit etwa zehn Jahren habe sich das Phänomen an Schulen ausgebreitet, neuerdings auch unter Grundschülern. Waghalsige Jungen, die sich beweisen wollten, seien besonders gefährdet. Le Heuzey empfiehlt Eltern, darauf zu achten, ob ihre Kinder regelmäßig mit Gürteln oder Schals spielen oder sich in ihrem Zimmer einschließen.

DPA DPA

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