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Buschbrände Australische Rettungskräfte sollen verwaiste Babytiere in Brandgebieten töten

Die Bilder zeigen, welche Ausmaße die Brände für Natur und Tiere haben
Bedrückende Aufnahmen aus Australien: Die Bilder zeigen, was das Feuer zurückgelassen hat.


Die Fotos stammen von dem beliebten Ausflugsziel Kangaroo Island vor der Küste von Adelaide.


Zwei Menschen kommen hier bisher ums Leben, mehr als 50 Wohnungen werden zerstört.


Über als 155.000 Hektar sind auf der 160 km langen Insel verbrannt – eine Fläche mehr als doppelt so groß wie Hamburg.


Zu den betroffenen Gebieten gehört auch der Flinders Chase Nationalpark im Osten der Insel.


Nach dem Feuer ist kaum noch etwas von dem einstigen Besucherzentrum des Parks zu erkennen.


Auch die Luxus-Unterkunft „Southern Ocean Lodge“ im Süden der Insel fällt den Flammen zum Opfer.
  
Nach Angaben des britischen „Guardian“ sorgen sich Wissenschaftler aber vor allem um das Tierreich der Insel.


Die Flammen wüteten vor allem im artenreichsten Gebiet im Westen der Insel.


Am meisten betroffen: Koalabären und Schwarzkakadus.


Auf Kangaroo Island kommen schätzungsweise 25.000 Koalabären ums Leben – die Hälfte der auf der Insel lebenden Beuteltiere.


Die wichtigsten Fütterungs- und Brutgebiete werden von den Flammen zerstört.


So ist es selbst den Tieren, die die Flammen überlebt haben, nicht möglich Nahrung zu finden.


Verletzte Tiere werden in den Kangaroo Island Wildlife Park auf der Insel gebracht.


Doch aufgrund der starken Verbrennungen an Händen und Füßen kommt für viele Tiere jede Hilfe zu spät.


Obwohl einige Inselbewohner die hohe Koala-Population als Plage betrachten, sind die zahlreichen toten Tiere ein Schock.
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Australiens Tiere leiden weiter unter den schweren Buschbränden. Die Regierung rät davon ab, Säugetiere ohne Eltern großzuziehen – sie sollen direkt getötet werden.

Die Buschfeuer in Australien wüten weiter. 25 Menschen sind bisher gestorben, Millionen von Tieren fielen den Flammen zum Opfer. Viele allerdings konnten auch gerettet werden und werden von Helfern wieder aufgepäppelt. Nun wurde bekannt, dass die Regierung des Bundesstaates Victoria den Einsatzkräften vor Ort jedoch dazu rät, bestimmte Tiere zu töten, sobald sie aufgefunden werden.

Das gilt in erster Linie für Tiere, die sich nicht selbst versorgen können und auf Milch zum Überleben angewiesen sind – beispielsweise kleine Koalas und Kängurus. In einem Papier, das die Regierung 2018 extra für den Umgang mit Wildtieren im Fall von Buschfeuern herausgegeben hat, heißt es, dass diese Tiere "eine lange Pflege" benötigen und "nicht erfolgreich in die Wildnis" integriert werden können. Aus diesen Gründen wird die Tötung der Babytiere empfohlen – durch eine Spritze oder durch Erschießen.

Australien: Protest gegen Krisenplan der Regierung

Organisationen, die sich seit Wochen teilweise unter Einsatz von Menschenleben für die Rettung von Tieren aus den Feuergebieten engagieren, protestieren scharf gegen diese Richtlinie. Ein Vertreter einer Tierschutzorganisation sagte dem Portal "Yahoo News Australia" zu den Vorgaben der Regierung: "Wenn diese Tiere in dem Brandgebiet gefunden werden, werden sie einfach erschossen. Es handelt sich um absolut gesunde, lebensfähige Wildtiere wie Koalas, die nach Ansicht mancher vom Aussterben bedroht sind."

Victoria ist der zweitgrößte Bundesstaat Australiens und besonders schwer von den Feuern betroffen. Ein Sprecher des Umweltministeriums sagte "Yahoo News Australia", der Krisenplan lasse "Spielraum für Interpretationen". Er beinhalte genauso Anleitungen, wie Babytiere mit Milch aufzuziehen sind. Säugetiere mit geschlossenen Augen und ohne Fell sollten getötet werden.

"Eine Reihe von Faktoren entscheidet darüber, ob verletzte Tiere getötet oder aufgezogen werden sollen", erklärte das Ministerium in einer Stellungnahme. Insbesondere werde in Betracht gezogen, wie lange es dauere, ein Tier wieder gesund zu pflegen: "Je eher Tiere wieder in die Wildnis entlassen werden können, desto größer ist ihre Überlebenschance."

Ökologe geht von einer Milliarde toter Tiere aus

Es ist unklar, wie viele Tiere bereits von Rettungskräften getötet wurden. Seit September vergangenen Jahres wird Australien von schweren Busch- und Waldbränden gebeutelt, die laut Premierminister Scott Morrison noch Monate anhalten können. Dabei sind nach Schätzungen des Ökologen Chris Dickman von der Universität Sydney landesweit schon mehr als eine Milliarde Tiere gestorben, berichtet CBS News. 

Quellen:"Yahoo News Australia" / CBS News

epp

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