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Brand in Würzburger Altenheim: Drei Senioren sterben in den Flammen

Es brennt - und die hilflosen Bewohner eines Altenheims in Würzburg müssen warten, bis die Feuerwehr sie aus ihren Betten rettet. Für drei Menschen kommt jedoch jede Hilfe zu spät.

Drei hilflose Senioren sind in der Nacht zum Dienstag bei einem Feuer in ihrem Würzburger Altenheim ums Leben gekommen. Zwei Menschen schwebten nach dem Brand in Lebensgefahr, vier weitere kamen mit schweren Rauchvergiftungen in ein Krankenhaus. Außerdem mussten drei Rettungskräfte ärztlich behandelt werden. 19 der insgesamt 124 Heimbewohner wurden vor den Flammen in der ersten Etage des Gebäudes in Sicherheit gebracht. "Die Brandursache ist noch absolut unklar. Wir können noch nicht einmal Vermutungen anstellen", sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Auch zur Schadenshöhe waren zunächst keine Angaben möglich.

Nach dem Brand kümmerten sich Seelsorger um die geretteten, überwiegend bettlägerigen Männer und Frauen. Sie wurden mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, als dichter Rauch den Flur entlang zog. Die Einsatzkräfte mussten bei einigen Zimmern sogar die Türen eintreten, um zu den verängstigenden Menschen zu gelangen. Warum manche Räume des Wohnstifts St. Paul verschlossen waren, stand zunächst nicht fest.

"Diese Menschen wurden wirklich gerettet, sie mussten teilweise 'rausgetragen werden", erklärte Schmitt. Unvorstellbar die Panik, nicht aus eigener Kraft aus einem brennenden Gebäude fliehen zu können. Als die mehr als 200 Einsatzkräfte an dem Heim eintrafen, hatte dichter Rauch die Sicht bereits erheblich eingeschränkt. "Das Pflegepersonal hat mit uns zusammengearbeitet", berichtete Einsatzleiter Bernd Schäflein von der Würzburger Berufsfeuerwehr. Mit Hilfe der Heimmitarbeiter konnten die Feuerwehrleute zu den hilflosen Senioren vordringen und sie befreien. Alle seien ansprechbar, aber teilweise schlaftrunken gewesen, berichtete Schäflein.

Für eine 89-jährige Frau, in deren Zimmer das Feuer ausgebrochen war, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie sei verbrannt, sagte Polizeisprecher Schmitt. Zudem starben eine 70 Jahre alte Frau und ein 67 Jahre alter Mann an Rauchvergiftung. Auch etliche andere Heimbewohner erlitten Rauchvergiftungen. "Viele wurden wiederbelebt", erklärte Schmitt.

Der Brand war kurz vor Mitternacht in dem Heim im Stadtteil Heidingsfeld entdeckt worden. Nachdem das Feuer gelöscht und das Gebäude von Rauch befreit war, wurden die unverletzten Menschen in andere Räume des Hauses gebracht. "Die Zimmer der ersten Etage sind unbewohnbar", sagte Schmitt.

Das 1981 eröffnete evangelische Wohnstift ist für insgesamt 141 Senioren ausgelegt. Etwa 100 Mitarbeiter sind fest angestellt, unterstützt durch gut 35 ehrenamtliche Kräfte. Träger der Einrichtung ist das Diakonische Werk Würzburg.

Angelika Röpcke, DPA / DPA