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Chile Erste Bergleute verlassen das Krankenhaus


Die chilenischen Bergleute haben ihr Martyrium fast unversehrt überstanden. Die ersten der 33 Geretteten haben das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Heute sollen weitere folgen.

Einen Tag nach ihrer spektakulären Rettung aus einer chilenischen Mine sind die ersten drei Bergarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen worden. Begleitet von einem Blitzlichtgewitter verließen Juan Illanes, Edison Pena und Carlos Mamani am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Fahrzeug das von hunderten Journalisten umlagerte Krankenhaus in Copiapó.

Die drei Männer winkten lächelnd in die Kameras, gaben den vor sämtlichen Eingängen wartenden Journalisten jedoch keine Interviews. Das chilenische Fernsehen begleitete wenig später den 34-jährigen Kumpel Edison Pena, wie er nach dem fast zehn Wochen langen Grubendrama erstmals wieder vor seinem Zuhause stand. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich zurückkomme", sagte er. "Das war eine schlimme Erfahrung. Danke, dass ihr daran geglaubt habt, dass wir leben."

Nach der geglückten Rettungsaktion waren alle 33 Bergarbeiter von der Mine San José zu Untersuchungen in ein Krankenhaus ins nahegelegene Copiapó gebracht worden. Der Zustand der drei Kumpel, die sich am Donnerstag einer Zahn-OP unterziehen mussten, sei "sehr gut", sagte der stellvertretende Klinikleiter Jorge Montes. Bei dem an einer Lungenentzündung leidenden Mario Gómez schlugen demnach die Antibiotika gut an.

Starker Teamgeist

Am Freitag könnten weitere Bergleute zu ihren Familien zurückkehren, sagte Montes. Darauf hoffte auch der 63-Jährige Gómez: "Mir geht es gut, ich bin zufrieden", sagte er in einem kurzen Telefonat aus seinem Krankenzimmer. "Morgen (Freitag) werden sie mich entlassen." Von den Erlebnissen unter Tage erzählte der 27-jährige Richard Villaroel dem chilenischen Fernsehen in einem Telefoninterview. Der Teamgeist habe die Gruppe zusammengeschweißt. "Wenn es einem von uns schlecht ging, hat der Kamerad an seiner Seite ihm geholfen." Vor allem die Anfangszeit sei in der dunklen, feuchten und heißen Rettungskammer schwer gewesen, weil sie nicht gewusst hätten, ob sie lebend gefunden würden. Ihre Vorräte hätten die Männer deshalb streng rationiert.

AFP/ben AFP

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