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Lungenkrankheit : Coronavirus: Noch keine Sondermaßnahmen an deutschen Flughäfen

Über Nacht meldet China 1459 neue Virusfälle. In Deutschland sind bislang vier Menschen infiziert. Sondermaßnahmen zur Identifizierung von Erkrankten, etwa Fiebermessungen, sind aber an deutschen Flughäfen noch nicht verordnet worden. 

Frankfurt Flughafen: Passagierflugzeuge internationaler Airlines stehen an ihren Gates am Terminal 1 

Frankfurt Flughafen: Passagierflugzeuge internationaler Airlines stehen an ihren Gates am Terminal 1 

DPA

Mittlerweile sind in Deutschland vier Menschen mit dem Coronavirus nachweislich infiziert. An den deutschen Flughäfen werden bislang aber keine Sondermaßnahmen zur Identifizierung von Erkrankten, etwa Fiebertests, eingeleitet. Zuständig für sämtliche Maßnahmen zum Infektionsschutz sind nämlich generell die zuständigen Gesundheitsbehörden. "Solange es keine konkreten Anweisungen gibt, haben die Flughafenbetreiber diesbezüglich keine Entscheidungsgewalt", erklärte ein Pressesprecher des Flughafens in Frankfurt gegenüber dem stern. Ebenso verhält es sich in München, Berlin, Hamburg und Köln. 

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat unterdessen zu "wachsamer Gelassenheit" im Land aufgerufen. Man müsse die Dinge richtig einordnen, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". "Es war zu erwarten, dass es auch zu Infektionen hier in Deutschland kommt, eben durch Kontakt mit Reisenden aus China." 

Entscheidend sei, dass etwaige Patienten in Deutschland schnell identifiziert und isoliert werden. Die zuständigen Stellen müssten dann herausfinden, mit wem die Infizierten Kontakt hatten, um eine Weiterverbreitung des Virus auszuschließen, sagte Spahn.

Gesundheitsminister Spahn gegen Fiebermessungen wegen Coronavirus an Flughäfen

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte zuvor erklärt, man nehme die Lage "sehr ernst", sei aber auch gut vorbereitet. Man sei in Absprache mit dem Bund, ob es sinnvoll sei, an Flughäfen Fiebermessungen durchzuführen. Bundesgesundheitsminister Spahn lehnte diese Maßnahme ab. Im konkreten Fall hätte das nichts gebracht, erklärte er.

Aus Angst vor Ansteckung benutzen viele Menschen in China derzeit einen Mundschutz

 

Meldepflicht für Airlines 

Im Kampf gegen das Virus kommen aber in Deutschland neue Meldepflichten auf Airlines und Krankenhäuser zu. So sollen bei Flügen aus China die Piloten vor dem Landen den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere informieren. Reisende aus China sollen Angaben zu Flug, Aufenthaltsort und Erreichbarkeit in den nächsten 30 Tagen machen. 

ivi mit Agenturen

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