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Flugzeugabsturz in Thailand: "Wir haben uns selbst gerettet"

Der Leipziger Christoph Falchetti hat das Flugzeugunglück in Thailand überlebt. Er spricht von dramatischen Szenen. Und davon, dass sich die Passagiere nach dem Absturz auf dem Flughafen selber helfen mussten.

Nach der Bruchlandung eines Passagierflugzeugs auf der thailändischen Ferieninsel Phuket waren die Passagiere völlig auf sich selbst gestellt. "Wir haben uns selbst gerettet, da war kein Personal", sagte Christoph Falchetti aus Leipzig.

Er saß mit seinem österreichischen Freund Marcel Sqinobal auf den Plätzen 28 A und B. "Zwei Reihen vor uns war ein Notausgang, da sind wir raus." Sein Freund fiel etwa zwei Meter tief in einen Graben und verletzte sich leicht am Rücken. Er selbst sei über den Tragflügel hinuntergerutscht, sagte Falchetti.

Alles war voller Rauch

"Es geht uns eigentlich relativ gut", sagte der junge Mann, der in Lauterach bei Bregenz in Österreich lebt. Ihre Verletzungen seien wahrscheinlich in etwa zwei Wochen auskuriert. "Körperlich haben wir nur leichte Verletzungen, aber psychisch ist das schwer zu verdauen", sagte Falchetti, der im Bangkok-Krankenhaus in Phuket behandelt wird. "Wir haben alles noch genau vor Augen, wir haben die ganze Nacht kaum geschlafen. Immer kommen die Bilder zurück, jedes einzelne."

Nach Angaben von Christoph Falchetti war der Aufprall bei der Bruchlandung so heftig, dass viele Menschen offenbar sofort bewusstlos waren. "Es war alles voller Rauch, und heiß ohne Ende", sagte Falchetti. Die hinteren Notausgänge seien nur einen Spalt zu öffnen gewesen. Dort hätten einige Passagiere nur Luft holen können, ehe sie auch durch den Ausgang in der Mitte des Flugzeugs ins Freie sprangen. Und auch Squinobal berichtete von chaotischen Szenen bei der Evakuierung des Flugzeugwracks. Es habe keinerlei Warnung gegeben, auch nach dem Crash sei von der Flugzeugcrew nichts zu hören gewesen.

Nach dem Aufprall wurde alles dunkel

Der Ire Gerard O'Donnell gehört ebenfalls zu den 41 Überlebenden des Unglücks. "Als unser Flugzeug landete, war schon klar, dass es Probleme haben musste, denn es landete ein mal und kam dann aber wieder hoch", berichtet O'Donnell. "Ich wurde schwer verbrannt: Mein Gesicht, meine Beine, meine Arme." Ihm sei in letzter Sekunde die Flucht gelungen. "Ich konnte über einen Flügel der Maschine entkommen. Die Tür war irgendwie kaputt, ich musste mich durchdrücken." Dann habe die Maschine sofort Feuer gefangen, erklärte O'Donnell.

"Sobald wir aufgeschlagen waren, wurde alles dunkel. Alles brach zusammen", berichtet die 23-jährige Kanadierin Mildred Furlong nach dem dramatischen Flugzeugunglück. Ein Passagier sei vor ihr in Flammen aufgegangen, andere hätten wild um sich geschrien und versucht, aus dem brennenden Wrack zu flüchten.

Das deutsche Honurarkonsulat kümmert sich um die Landsleute

Falchetti stand nach eigenen Angaben einige bange Minuten lang auf dem Rollfeld. "Da war niemand", sagte er. Alle hätten Angst gehabt, dass jeden Moment eine weitere Maschine landen könne. "Es hat in Strömen geregnet, der Wind war so stark und es war richtig kalt - ich konnte nicht mehr", sagt Falchetti, der mit seinem Freund eine von insgesamt drei geplanten Wochen Urlaub hinter sich hatte.

Jetzt wollten die beiden nur noch zurück. Sie müssten aber auf neue Reisepässe warten. "Wir haben nichts mehr, außer Hemd und Hose", sagte er. "Einer von uns hatte noch ein Portemonnaie in der Tasche, so haben wir wenigstens ein bisschen Bargeld." Nach Angaben von Falchetti war der deutsche Honorarkonsul auf Phuket im Krankenhaus und kümmere sich um seine Landsleute.

DPA/AP / AP / DPA