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Grubenunglück in der Türkei: Mehr als 230 Tote - Hunderte noch verschüttet

Die Zahl der Todesopfer des schweren Grubenunglücks im türkischen Soma ist auf über 230 gestiegen. Immer noch werden Hunderte Kumpel unter Tage vermisst. Ihre Rettung ist ein Wettlauf mit der Zeit.

Grubenunglück in der Türkei: Mehr als 200 Kumpel sterben im Berg

Die Zahl der Toten bei dem verheerenden Unglück in einem Kohlebergwerk im Westen der Türkei ist in der Nacht zum Mittwoch auf mindestens 238 gestiegen. Diese neue Zahl nannte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Ort der Katastrophe. 80 waren verletzt in Krankenhäuser gebracht worden. Weiterhin sind Hunderte Kumpel tief unter Tage eingeschlossen.

Es ist zu befürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird. Hunderte Retter sind im Einsatz. Doch je mehr Zeit verstreiche, desto kritischer werde die Lage der noch feststeckenden Kumpel, sagte Energieminister Taner Yildiz.

In der Zeche bei Soma in der Provinz Manisa war nach einer Explosion am Dienstag Feuer ausgebrochen. Ursache war ersten Untersuchungen zufolge offenbar ein Defekt in der Elektrik. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 787 Arbeiter in der Zeche.

Erdogan sagt Albanienreise ab

Ministerpräsident Erdogan hatte eine geplante Auslandsreise nach Albanien abgesagt. Mehrere Oppositionsparteien schickten Delegationen nach Soma. Verzweifelte Angehörige der Opfer warteten vor einem Krankenhaus auf Informationen.

Erdogan hatte am Abend erklärt, der Rettungseinsatz laufe. Er hoffe, dass es in den kommenden Stunden weitere Informationen gebe. Es waren mehrere Rettungsteams im Einsatz.

Sicherheit der Zeche in der Diskussion

Die Bergwerksgesellschaft teilte mit, die Rettungsarbeiten hätten jetzt höchste Priorität. Die letzten Sicherheitsüberprüfungen habe es vor zwei Monaten gegeben. Türkische Medien berichteten, die Regierungspartei AKP habe im vergangenen Monaten eine Forderung der Opposition nach Überprüfung der Zeche zurückgewiesen.

In der Türkei kommt es immer wieder zu tödlichen Grubenunfällen. Mehrfach gab es in den vergangenen Jahren Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen oder es wurden veraltete Arbeitsgeräte eingesetzt. Das folgenschwerste Unglück der vergangenen Jahrzehnte ereignete sich 1992 in einem Bergwerk in der Provinz Zonguldak. Dort starben bei einer Gasexplosion 263 Menschen.

kng/DPA / DPA
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