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Grubenunglück in Sibirien: Opferzahl steigt auf über 100

Nach der Explosion im sibirischen Bergwerk Uljanowskaja hat sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 106 erhöht. Auch ein Brite kam ums Leben. Nicht eingehaltene Sicherheitsregeln haben das Unglück vermutlich ausgelöst.

Die Zahl der Todesopfer nach einer Explosion im sibirischen Bergwerk Uljanowskaja hat sich nach offiziellen Angaben auf mindestens 106 erhöht. Die Rettungskräfte würden noch nach vier verschütteten Grubenarbeitern suchen, sagte der Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu heute. Der Gouverneur der Region Kemerowo sagte, unter den Toten seien 20 leitende Mitarbeiter der Anlage. Die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete zudem, dass auch ein Brite ums Leben gekommen sei, der zum Zeitpunkt des Unglücks die Mine einer Überprüfung unterzogen habe. Das britische Unternehmen IMC bestätigte, dass ein Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Explosion unter Tage gewesen sei, äußerte sich jedoch nicht zu dessen Schicksal.

Die Suche nach den Vermissten lief heute auf Hochtouren weiter. Allerdings wurden die Arbeiten durch starke Rauchentwicklung und eingestürzte Stollen erschwert. Bislang konnten insgesamt 94 Menschen lebend gerettet werden.

Sicherheitsregeln nicht beachtet

Auslöser des Unglücks war eine Methangasexplosion. Die Behörden vermuteten, dass Sicherheitsregeln nicht ausreichend beachtet wurden. Die etwa 3500 Kilometer östlich von Moskau liegende Mine gehört dem Unternehmen Juschkusbassugol, an dem Russlands zweitgrößter Stahlproduzent Evraz 50 Prozent hält.

In den Gruben der Region kommt es häufiger zu Explosionen. Erst im vergangenen Jahr waren 25 Bergleute in einer ostsibirischen Goldmine ums Leben gekommen. Viele Bergwerke verfügen über veraltete Sicherheitsausstattungen. Auf der Internetseite der Verwaltung von Kemerowo hieß es allerdings, das 2002 eröffnete Bergwerk Uljanowskaja sei eine der modernsten Minen mit neuesten Sicherheitsvorkehrungen.

Reuters / Reuters