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Grubenunglück in Sibirien: Zahl der Toten auf 47 gestiegen

Sie wollten helfen und bezahlten dafür mit ihrem Leben: Drei Tage nach dem Grubenunglück in Sibirien ist die Zahl der Toten auf 47 gestiegen. 43 Kumpel werden noch vermisst. Für sie gibt es kaum noch Hoffnung.

Drei Tage nach dem Grubenunglück im sibirischen Kohlebergwerk Raspadskaja ist die Zahl der Toten auf 47 gestiegen. Für vermisste 43 Kumpel gab es kaum noch Hoffnung, wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass am Dienstag berichtete. 79 verletzte Bergarbeiter wurden in Krankenhäusern behandelt, sechs von ihnen seien in eine Moskauer Klinik geflogen worden.

Ministerpräsident Wladimir Putin traf am Dienstag mit Hinterbliebenen des Explosionsunglücks zusammen. Putin, der vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Viktor Subkow und Katastrophenminister Sergej Schoigu begleitet wurde, wolle sich in dem Bergwerk in der Kemerowo-Region über den Fortgang der Bergungsarbeiten informieren, schrieb Itar-Tass. Die von Subkow geleitete Staatskommission wolle er auffordern, die Familien der umgekommenen und verletzten Bergarbeiter mit Hilfen zu versorgen.

Zwei aufeinanderfolgende Explosionen

Am Samstag hatten sich im Raspadskaya-Bergwerk - der größten Kohlegrube Russlands - zwei Methangas-Explosionen ereignet. Unter Tage befanden sich rund 350 Arbeiter. Die meisten von ihnen konnten sich in Sicherheit bringen.

Bei dem Treffen mit Hinterbliebenen schloss der Regierungschef menschliche Fehler als Ursache des Unglücks weitgehend aus. Allenfalls bei der ersten Explosion erscheine es möglich, dass beispielsweise unvorsichtig mit Feuer hantiert worden sei, zitierte Itar-Tass Putin. Nach der ersten Explosion seien Rettungsteams in den Schacht gegangen, sagte er. "Und in dieser Lage konnte es natürlich keinen fahrlässigen Umgang mit Feuer oder Ausrüstung geben", zitierte Itar-Tass Putin. "Das ist völlig ausgeschlossen." Die zweite Explosion sei die tödlichere gewesen, habe der Regierungschef betont.

APN/DPA/Reuters / DPA / Reuters