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Japan: Vier Tote bei Bahnunglück

Starke Windböen haben 300 Kilometer nördlich von Tokio offenbar einen Zug entgleisen lassen. Die ersten drei Waggons stürzten um, in ihnen starben vier Menschen; 33 wurden verletzt.

Bei einem Zugunglück sind in Nordjapan vier Menschen ums Leben gekommen und 33 verletzt worden. Wie die Bahngesellschaft JR East mitteilte, entgleisten am Sonntag rund 300 Kilometer nördlich von Tokio alle sechs Waggons eines Schnellzugs in der Präfektur Yamagata; die ersten drei stürzten um.

Nach Angaben der Polizei kamen im ersten Waggon, der in einen Schweinestall stürzte, vier Fahrgäste ums Leben. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht und nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Dem Polizeisprecher zufolge war für die Region eine Sturmwarnung gegeben worden. Das Verkehrsministerium bestellte die Geschäftsleitung der Bahngesellschaft ein und warf dieser vor, "das öffentliche Vertrauen in das Eisenbahnsystem zu untergraben", wie Ministeriumssprecher Hiromi Mishima mitteilte.

JR-East-Präsident Mutsutake Otsuka entschuldigte sich öffentlich für den Unfall und kündigte eine gründliche Untersuchung zur Klärung der Ursache an. Ein Sprecher der Eisenbahngesellschaft, Masaki Ogata, sagte, der Lokführer habe erklärt, der Zug habe sich nach links geneigt, nachdem er von einer Windböe erfasst worden sei. Dann sei das Licht ausgegangen und der 29-jährige Lokführer habe die Orientierung verloren.

Der Rundfunksender NHK zitierte einen Zugbegleiter, der ebenfalls von starkem Wind unmittelbar vor dem Unfall sprach. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, in dem Gebiet habe es zum Zeitpunkt des Unglücks Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde gegeben. Der Bahngesellschaft zufolge entgleiste der Zug bei Tempo 100. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke seien 120 Kilometer pro Stunde.

In Japan schneit es seit Tagen ungewöhnlich heftig; wegen des Wetters war aber kein besonderes Tempolimit ausgegeben worden. Ersten Ermittlungen zufolge entgleiste der Zug wohl nicht wegen des Schnees. Der Zug war am Sonntagabend von der Präfektur Akita nach Niigata unterwegs, als er entgleiste. Wegen des Wetters hatte er mehr als eine Stunde Verspätung, als er den letzten Halt vor dem Unglück, Sagate, verließ. Im April waren bei einem Zugunglück im Westen Japans 107 Menschen getötet und mehr als 500 weitere verletzt worden. Es war das schwerste seit mehr als 40 Jahren.

AP / AP