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Sylt-Zug kollidiert mit Rinderherde Mann stirbt bei Bahnunglück


Auf der Bahnstrecke zwischen Sylt und Hamburg ist am Abend ein Zug entgleist, nachdem er mit einer Rinderherde zusammengeprallt war. Ein 38-jähriger Mann starb, weitere Fahrgäste wurde verletzt. Wieso die Kühe auf den Gleisen standen, ist unklar.

Bei einem Zugunglück auf der Strecke von Sylt nach Husum ist am Freitag ein 38 Jahre alter Fahrgast ums Leben gekommen. Der Zug der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) sei in eine Rinderherde gefahren, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zwei weitere Fahrgäste hätten bei dem Unglück in der Nähe von Bargum (Schleswig-Holstein) Verletzungen erlitten und seien ins Krankenhaus gebracht worden. 23 Passagiere wurden nach Angaben der Bundespolizei von der Feuerwehr unverletzt gerettet und versorgt.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sprach den Angehörigen am Abend seine Anteilnahme aus. "Meine Gedanken sind nach diesem tragischen Unglücksfall bei den Angehörigen", teilte er in einer Presseerklärung mit. Er wünsche auch den Verletzten eine baldige Genesung. Zugleich dankte Carstensen den Rettungskräften und der Bundespolizei für ihren engagierten Einsatz.

Halter der Viehherde wird ermittelt

Der NOB-Zug war um 17.45 Uhr mit rund 25 Rindern kollidiert. Auch Eine Schnellbremsung habe das Unglück nicht mehr verhindern können. Der Steuerwagen des Zuges sei komplett entgleist, der erste Zugwagen aus den Schienen gesprungen, stehe aber noch im Gleisprofil, sagte der Polizeisprecher. Die Strecke wurde voll gesperrt. Die NOB richtete einen örtlichen Busersatzverkehr zwischen Bredstedt und Niebüll ein.

Wie die Viehherde auf die Bahnstrecke gelangen konnte, ist bislang noch unklar. Vermutlich sei eine Einfriedung nicht richtig gesichert worden, sagte der Sprecher. Wem die Tiere gehörten, ist noch nicht bekannt. Das werde auch wegen möglicher Regressforderungen derzeit ermittelt, fügte er hinzu.

120 Feuerwehrleute im Einsatz

Die äußerst komplizierten Aufräumarbeiten werden nach Angaben der Bundespolizei noch mindestens bis Samstag dauern. So ist geplant, am Vormittag einen Kran an die Unfallstelle zu bringen. Ob der Zug noch auf den Gleisen bewegt werden kann, hielt der Sprecher für unwahrscheinlich. Auch sei das Gleisbett selbst beschädigt worden.

120 Feuerwehrleute waren bis in den Samstagmorgen hinein im Einsatz, dazu Bundes- und Landespolizisten. Die 23 unverletzten Passagiere seien in Hotels in Niebüll untergebracht worden, hieß es von der Bundespolizei. Die Geschäftsführerin der NOB, Martina Sandow, erklärte: "Ich bin geschockt von diesem Unglück und bin in Gedankenbei den Angehörigen des Opfers."

Erst im März vergangenen Jahres waren zwei Personenzüge in Niebüll nur knapp einem Frontalzusammenstoß entgangen. Ein aufmerksamer Bahnmitarbeiter hatte im letzten Moment ein Haltesignal auf Rot gesetzt und damit das Unglück verhindert. Die Züge kamen in etwa 100 Metern Abstand zum Stehen. Verletzt wurde damals niemand.

seh/DPA DPA

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