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Stammzellspende: Deutsche rettete Australier das Leben – jetzt feierten sie zusammen seine Hochzeit

Vor zehn Jahren erkrankte der Australier Chad Serpless an Leukämie. Die Stammzellspende von Sina Hünervogt aus Düsseldorf rettete ihm damals das Leben. Auf der Hochzeit von Serpless wurde deshalb auch die Spenderin gefeiert.

Chad und Sina auf der Hochzeit von Chad

Dank einer Knochenmarkspende von Sina (r.) konnte Chad Hochzeit feiern

Eine Knochenmarkspende kann Leben retten – und Freundschaften quer über den ganzen Globus ermöglichen. Das beste Beispiel dafür sind wohl Sina Hünervogt und Chad Serpless. Weil die Düsseldorferin dem Australier Stammzellen spendete, bekam Serpless eine zweite Lebenschance. Jetzt heiratete der 34-Jährige seine Verlobte Diana. Und natürlich war auch Sina Hünervogt eingeladen.

Bei der Hochzeit in Melbourne durften die 39-jährige Deutsche und ihr Mann sogar am Tisch der Eltern sitzen, immer wieder kamen Gäste zu ihr, um sich zu bedanken. "Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt und Freunde dazu gewonnen", sagte sie. Auch der Vater des Bräutigams stellte in seiner Rede heraus, dass ohne ihre Spende diese Hochzeit nicht möglich gewesen wäre. 

"Sina und ihren Mann als unsere besonderen Gäste bei der Hochzeit zu haben, war eine absolute Ehre. Aber der größte Segen ist jetzt, sie meine Freunde nennen zu können", meinte der Bräutigam selbst.

Stammzellspende gegen Leukämie rettet Leben

Ohne Sina Hünervogts Stammzellspende hätte Chad Serpless seine Leukämie-Erkrankung höchstwahrscheinlich nicht überlebt. Vor zehn Jahren brauchte er dringend eine Spende. Ein Jahr zuvor hatte sich Hünervogt bei der DKMS als Spenderin typisieren lassen. "Die Chance zu bekommen, jemandem zu helfen, hat mich sehr glücklich gemacht", meinte Hünervogt, die mittlerweile drei Kinder hat.

Chad Serpless und Sina Hünervogt

Chad Serpless und Sina Hünervogt bei ihrem ersten Kennenlernen

Erst wenige Tage vor der Hochzeit trafen sich Spenderin und Empfänger zum ersten Mal. In einem Café in Melbourne lernten sie sich endlich kennen. "Ich wusste nicht genau, was mich erwartete. Aber ich kann ehrlich sagen, es war einer der besten Tage meines Lebens", berichtete Serpless, und auch Hünervogt war begeistert: "Die Verbindung war gleich da, und es gab viele Themen, über die wir sprachen, als würde man sich schon lange kennen."

Sechs Millionen Spender in Deutschland registriert

Jetzt verbindet die beiden eine enge Freundschaft. Mit ihrer Geschichte wollen sie mehr Aufmerksamkeit schaffen für das Thema Stammzellspende, mit dem sich auf relativ einfache Art und Weise Leben retten lassen und über das doch, so stellen es Hünervogt und Serpless immer wieder fest, wenig gewusst wird. In Deutschland sind aktuell sechs Millionen potenzielle Spender bei der DKMS gemeldet, weltweit sind es mehr als neun Millionen.

Sina Hünervogt möchte viele Menschen dazu motivieren, sich als Spender registrieren zu lassen: "Es ist wenig, was man gibt, und viel, das man bewirken kann – erst recht, wenn man an die eigenen Kinder denkt. Für Betroffene bricht oft eine Welt zusammen, wenn sie erfahren, dass ihnen nur eine Stammzellspende helfen kann. Daher ist jede Unterstützung wirklich wichtig." 

Quelle: DKMS

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epp